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Die deutsche Wirtschaft leidet besonders unter der unberechenbaren US-Außenhandelspolitik. (© Gettyimages/Sean Gallup)
Pressemitteilung 17. September 2025 Michael Grömling

Konjunktur: Deutsche Wirtschaft stagniert 2025 – Investitionskrise verschärft sich weiter

Schwache Industrie, rückläufige Investitionen und eine getrübte Außenwirtschaft: Die deutsche Wirtschaft erholt sich 2025 nicht, wie die neue Konjunkturprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Erst im kommenden Jahr ist eine Trendwende in Sicht.

Die deutsche Wirtschaft stagniert 2025. Erst 2026 ist mir einer leichten Erholung zu rechnen – mit gut einem Prozent wird der Aufschwung jedoch nur schwach ausfallen. Das zeigt die neue IW-Konjunkturprognose. Hohe Energie- und Arbeitskosten, überbordende Regulierung sowie geopolitische Unsicherheiten und protektionistische Tendenzen setzen Deutschland weiterhin unter Druck.
 

Die Ergebnisse im Detail:  

  • Trotz Zoll-Deal mit Trump: Die deutsche Wirtschaft leidet besonders unter der unberechenbaren US-Außenhandelspolitik. Die Exporte werden 2025 voraussichtlich um rund 0,5 Prozent sinken. 2026 dürften sie sich höchstens leicht erholen. Eine Rückkehr zu alten Verhältnissen ist aber wegen der schwierigen Weltlage nicht in Sicht.  
     
  • Die ungewisse Weltlage und der Reformstau in Deutschland bremsen die Investitionen spürbar aus: Die Bruttoanlageinvestitionen lagen im ersten Halbjahr 2025 1,7 Prozent unter dem Vorjahr; das Investitionsniveau liegt etwa elf Prozent unter dem Stand von 2019. Besonders gravierend ist der Rückgang bei den Ausrüstungsinvestitionen (minus 2,5 Prozent in diesem Jahr) – sie entscheiden, welches Wachstum in den kommenden Jahrzehnten möglich ist.
     
  • Auch die Baubranche erholt sich nicht: Die Bauinvestitionen bleiben im Minus – 2025 geht es erneut um 1,7 Prozent bergab, im Wohnungsbau sogar noch kräftiger. Erst 2026 werden sich die Investitionsmittel des Staates positiv auswirken.
     
  • Der Konsum erholt sich nur langsam: Die privaten Konsumausgaben legen 2025 nur schwach um etwa ein Prozent zu. Die Wirtschaftskrise ist auch bei den Menschen angekommen: Viele Haushalte sparen, aus Sorge ihren Arbeitsplatz zu verlieren.
     
  • Und das nicht grundlos. Denn die Situation auf dem Arbeitsmarkt wird sich fürs Erste nicht verbessern: Die Erwerbstätigkeit stagniert bei rund 46 Millionen, die Arbeitslosenquote verharrt auf erhöhtem Niveau. Reformen wie beim Bürgergeld dürften frühestens 2026 Wirkung zeigen.  
     

Regierung muss Reformstau auflösen 

Die erhofften positiven Effekte des Infrastruktur-Sondervermögens lassen auf sich warten. Deutschland steckt weiterhin in einer Investitions- und Strukturkrise. „Stellt die Bundesregierung im Herbst der Reformen endlich die richtigen Weichen, könnte es im kommenden Jahr wieder bergauf gehen“, sagt IW-Konjunkturchef Michael Grömling. Dazu brauche es aber dringend eine Unternehmenssteuerreform, spürbare Bürokratieentlastungen und gezielte Investitionsanreize.  

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IW-Konjunkturprognose Herbst 2025: Warten auf die Wende
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