1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. IW-Konjunkturumfrage: Baubranche, Industrie und Handel erwarten schlechtes Jahr
Zeige Bild in Lightbox Construction Supplies Shortage Leading To High Building Costs
BERLIN, GERMANY - MAY 26: Cranes stand at the construction site of a residential and commercial property development on May 26, 2021 in Berlin, Germany. A worldwide shortage of construction materials, including wood, plastic, concrete and steel, as well as a steep rise in international shipping costs, are leading to rising prices for construction projects worldwide. (Photo by Sean Gallup/Getty Images) (© Getty Images)
Pressemitteilung 9. Januar 2023 Michael Grömling

IW-Konjunkturumfrage: Baubranche, Industrie und Handel erwarten schlechtes Jahr

Wegen hoher Energiekosten und gestörter Lieferketten rechnen 39 Prozent der Unternehmen in Deutschland mit einem Rückgang ihrer Geschäftstätigkeit. Das zeigt die neuste Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Vor allem die Baubranche stellt sich auf eine Rezession ein.

Anfang 2022 waren die Unternehmen noch optimistisch. Anhaltend hohe Energiepreise und Materialprobleme haben die gute Stimmung zunichte gemacht. In der aktuellen Konjunkturumfrage rechnen 39 Prozent der Unternehmen in Deutschland nun mit einem Rückgang ihrer Geschäfte. Für die Umfrage hat das IW im November mehr als 2.500 Unternehmen aus ganz Deutschland befragt. 26 Prozent rechnen mit einem besseren Geschäftsjahr, 35 Prozent erwarten eine Stagnation.

  • Vor allem in der Baubranche droht eine ernste Rezession: Mehr als die Hälfte der dort tätigen Unternehmen erwartet einen Umsatzrückgang im neuen Jahr – ein Anstieg um mehr als 20 Prozentpunkte im Vergleich zum Sommer 2022. Gerade einmal 15 Prozent gehen von einem Zuwachs aus.
  • Auch in der Industrie ist die Stimmung düster. Der Anteil der pessimistisch gestimmten Unternehmen ist mit 39 Prozent hoch, 28 Prozent schauen positiv auf 2023.
  • In der Dienstleistungswirtschaft ist das Bild gemischt. Der Handel erwartet ein eher schlechtes Jahr, IT und Medien rechnen mit vollen Auftragsbüchern. Insgesamt halten sich die Unternehmen mit positiven (29 Prozent) und negativen (32 Prozent) Erwartungen in etwa die Waage.

Regionale Unterschiede sinken

Im Sommer 2022 waren noch deutliche regionale Unterschiede sichtbar geworden. Die gestörten Lieferketten beeinträchtigten insbesondere die stärker von der Industrie geprägten Teile des Landes. Regionen wie Rheinland-Pfalz, die von der guten Konjunktur im Pharmasektor profitieren konnten, waren weniger betroffen.

In der neuesten Konjunkturumfrage zeigen sich nur noch wenige regionale Unterschiede. In allen Teilen Deutschlands blicken die Unternehmen pessimistisch auf ihre Geschäftsaussichten. Besonders düster sieht es in Sachsen und Thüringen aus, wo nur noch 17 Prozent der Betriebe mit einem guten Jahr rechnen. Die beste Stimmung herrscht noch in Bayern, allerdings dominiert mit 33 Prozent auch hier der Anteil der Pessimisten. 

Energiekrise trifft alle Teile des Landes

„In der Corona-Pandemie konnten manche Regionen die Krisenfolgen noch wegen ihrer strukturellen Gegebenheiten abfedern“, sagt IW-Konjunkturforscher Michael Grömling. „Die Energieversorgung bleibt unsicher, das trifft alle Teile des Landes gleichermaßen. Für das neue Jahr ist das keine gute Nachricht. Deutschland steht vor einer neuen Rezession“.
 

Inhaltselement mit der ID 11733
PDF herunterladen
Flächendeckende Eintrübung – Ergebnisse der IW-Konjunkturumfrage
IW-Kurzbericht Nr. 1 9. Januar 2023 Michael Grömling

Flächendeckende Eintrübung – Ergebnisse der IW-Konjunkturumfrage

Michael Grömling Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Die deutsche Wirtschaft wächst, weil der Staat mehr investiert.
Pressemitteilung 7. Oktober 2026 Michael Grömling

Konjunktur: Wachstum kommt seit 2020 nur vom Staat

Die deutsche Wirtschaft wächst seit sechs Jahren nur noch, weil der Staat mehr ausgibt – aus eigener Kraft schafft die gesamte Privatwirtschaft derzeit kein Wachstum, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Michael Grömling IW

Artikel lesen
IW-Report Nr. 40 7. Oktober 2026 Michael Grömling

Staatliche und private Konjunkturimpulse in Deutschland

Das konjunkturelle Umfeld der deutschen Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren durch vielfältige Schocks in Teilen drastisch verändert. In sektoraler Hinsicht haben sich bei den Investitionen und beim Konsum markante Divergenzen aufgebaut.

Michael Grömling IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880