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IW-Nachricht 14. Dezember 2015 Thilo Schaefer

Weltklimakonferenz: Jetzt fängt die Arbeit erst an

Die Verhandlungen in Paris haben ein positives Signal für den Klimaschutz gesetzt. Doch damit es nicht bei Absichtserklärungen bleibt, müssen nun die Staaten mit dem größten CO2-Ausstoß die Reduktionslasten untereinander aufteilen.

Die Teilnehmer des Pariser Klimagipfels feiern das Abkommen als historischen Erfolg. In der Tat ist ein Dokument, das alle Nationen mittragen, ein ermutigendes Signal für den Klimaschutz. Doch die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt, denn die Gipfelteilnehmer haben nicht vereinbart, wie sie das Ziel einer Erderwärmung von deutlich unter 2 Grad umsetzen werden. Damit der Temperaturanstieg tatsächlich begrenzt wird, müssen die Staaten mit dem größten CO2-Ausstoß die Reduktionslasten verbindlich untereinander aufteilen. Schließlich geht es darum, dass der globale Treibhausgasausstoß sinkt und nicht einfach dorthin verlagert wird, wo die Klimaschutzanforderungen niedrig sind. Konsequenz des Gipfels muss es deshalb sein, dass sich auch die größten asiatischen Emittenten China und Indien beteiligen. Denn gerade diese beiden Länder sind für den massiven Anstieg der Emissionen in den vergangenen Jahren verantwortlich, wie eine interaktive Grafik des IW Köln zeigt.

Solange die Emissionen in China und Indien so stark steigen wie in den vergangenen Jahren, sind die Anstrengungen in anderen Erdteilen umsonst. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich Europa und die USA zurücklehnen können. Im Gegenteil: Die Klimaschutzpotenziale in Asien sind vielfach wesentlich kostengünstiger zu heben als im eigenen Land, und dabei können Europäer und Amerikaner den Chinesen und Indern helfen. Um die entsprechenden Anreize zu schaffen, sollten die Reduktionen im Ausland als Beitrag zur globalen Emissionsvermeidung anerkannt werden. Für das Klima ist es schließlich unerheblich, an welchem Ort CO2 eingespart wird. Nebenbei birgt mehr Klimaschutz in Asien und anderswo Chancen für die Exporteure effizienter Technologien.

Das geeignete Instrument, um Emissionen möglich kostengünstig zu vermeiden, ist der Emissionshandel. Bislang gilt dieser nur in Europa, doch der Teilnehmerkreis ließe sich erweitern. Je mehr Länder und Sektoren mitmachen, desto effizienter lässt sich das Klima schützen. Mit einer steigenden Zahl der Teilnehmer sinkt auch die Gefahr, dass energieintensive Produktion in Staaten ohne Emissionshandel abwandert.

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