Heute ist „Erdüberlastungstag“ – das behauptet zumindest ein Aktionsbündnis verschiedener Umweltaktivisten. Demnach ist das der Tag, an dem die nachhaltig nutzbaren Ressourcenvorräte der Erde bereits für das gesamte Jahr erschöpft sein sollen. Besonders im Fokus: die CO2-Emissionen. Doch indem sie diese ins Spiel bringen, vermengen die Aktivisten zwei Perspektiven, die schlichtweg nicht zusammengehören.
Der differenzierte Blick lohnt
Zum einen geht es nämlich um den Verbrauch von Ressourcen, zum anderen um das Gegenteil: die Aufnahmefunktion von Wäldern und anderen sogenannten Kohlenstoffsenken. Erstere – die natürlichen Ressourcen, sowohl nachwachsende als auch endliche – sind für unseren derzeitigen Verbrauch ausreichend vorhanden. Das Beispiel Öl zeigt, dass trotz anderslautender Prognosen immer wieder neue Quellen erschlossen werden. Bei Metallen, die in der Industrie zum Einsatz kommen, gibt es zwar Versorgungsrisiken, aber insgesamt ausreichende Vorkommen.
Problematisch sind mit Blick auf die Ressourcen einzig regionale Engpässe, denn bei diesen geht es meist um Verteilungsfragen. So ist vor allem die Ressource Trinkwasser in vielen Weltregionen knapp, zum Beispiel hierzulande jedoch im Überfluss vorhanden.
Ganz anders sieht es mit Blick auf klimaschädliche Treibhausgase aus. Denn die natürlichen Kohlenstoffreservoirs der Erde – in erster Linie Wälder – sind nur begrenzt in der Lage, die steigenden weltweiten CO2-Emissionen aufzunehmen. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass beim Weltklimagipfel in Paris ein Abkommen der größten CO2-Emittenten zustande kommt. Andernfalls verpuffen die europäischen Bemühungen, den Treibhausgasausstoß zu senken, durch die stark steigenden Emissionen in China und Indien.
Entsprechend hilft es wenig, pauschal einen „Erdüberlastungstag“ auszurufen, der unnötig Ängste schürt, statt differenziert zu benennen, wo es Handlungsbedarf gibt – und wo nicht.
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