Eine neue EU-Richtlinie soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Allerdings löst sie nicht das Hauptproblem, das viele Familien hierzulande haben: Es fehlen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und pflegebedürftige Angehörige.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Richtlinie ohne Wirkung
Das Europäische Parlament entscheidet heute über eine Richtlinie zur Work-Life-Balance, danach müssen die EU-Mitgliedsstaaten noch zustimmen. So sollen insbesondere Väter mehr gesetzlichen Elternurlaub erhalten und flexibler arbeiten können. Für Deutschland hätte das kaum spürbare Auswirkungen. Schließlich gibt es hierzulande bereits viele Gesetze und Rahmenregelungen, die Eltern dabei helfen, Familie und Beruf miteinander zu verbinden.
Jede Familie entscheidet selbst über Betreuung
Die Initiative auf europäische Ebene hat noch mehr Webfehler. So vermengt sie familienpolitische und gleichstellungspolitische Ziele. Und sie verkennt, dass es allein Sache der einzelnen Familie ist, wer Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreut und in welcher Form das geschieht.
Mehr Fachkräfte nur mit besserer Infrastruktur
Dabei sind Rollenbilder zweifelsohne wichtig. Die Hauptprobleme vieler Familien sind aber nicht altmodisch empfundene Familienbilder oder ein zu geringes Engagement der Betriebe. Vielmehr ist die Betreuungsinfrastruktur unzureichend. Deshalb muss die Politik vor allem hier ansetzen – das ist gleichermaßen im Interesse von Unternehmen, Sozialpartnern und Beschäftigten. Nur so stehen dem Arbeitsmarkt zukünftig ausreichend Fachkräfte zur Verfügung.
Rentenreform: Nicht alles Gold, was glänzt
Die Empfehlungen der Alterssicherungskommission weisen in vielen Punkten in die richtige Richtung – im Kern auf mehr und längeres Arbeiten. Ein Vorschlag birgt aber Wachstumsrisiken: Eine ergänzende kapitalgedeckte Rente erhöht die Sozialabgaben zunächst, statt sie zu senken.
IW
Wegfall der Hinzuverdienstgrenze
Die alternde Bevölkerung in Deutschland erhöht den Druck auf die sozialen Sicherungssysteme und verschärft (künftig) den Fachkräftemangel.
IW