1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Mit Einmalzahlungen gegen Inflation und Lohn-Preis-Spirale
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: GettyImages)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Tobias Hentze / Martin Beznoska IW-Nachricht 27. Juni 2022

Mit Einmalzahlungen gegen Inflation und Lohn-Preis-Spirale

Angesichts der kräftig steigenden Preise hat Bundeskanzler Olaf Scholz die Möglichkeit zu steuer- und abgabenfreien Einmalzahlungen durch die Unternehmen angekündigt. Die Kosten für den Fiskus würden sich im Rahmen halten, zeigen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen: Steuer- und sozialabgabenfreie Einmalzahlungen wären in normalen Zeiten eine unangemessene Subvention. Doch die hohe Inflation, die insbesondere von den Energiepreisen getrieben wird, erfordert Kreativität – andernfalls droht eine Lohn-Preis-Spirale, von der niemand etwas hat. Bei hohen Lohnabschlüssen müssten die Unternehmen gestiegene Personalkosten an die Verbraucher weitergeben, in der Folge würden die Preise weiter steigen. 

Mit Anreizen gegen die Inflation

Wahr ist aber auch: Ohne Lohnerhöhungen wird es für viele eng, gerade wenn es im Winter ans Heizen geht. Der Ausweg von Bundeskanzler Scholz ist in einer solchen Situation vertretbar: Einmalzahlungen helfen unmittelbar dabei, höhere Rechnungen zu begleichen, vermindern aber das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale, weil die Kosten der Unternehmen nicht dauerhaft steigen. Damit Unternehmen zu diesem Instrument greifen, braucht es einen Anreiz: Steuer- und Abgabenfreiheit ist ein probates Mittel, sofern die Zahlung gleichzeitig für das Unternehmen steuerlich abzugsfähig ist. Bei den Arbeitnehmern kommt so mehr im Portemonnaie an – brutto entspräche netto.

Nur fünf Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen

Die fiskalischen Kosten einer steuer- und abgabenfreien Einmalzahlung sind schwer zu beziffern, da Erfahrungswerte aus dem vergangenen „Corona-Bonus“ bisher vom Bundesfinanzministerium nicht veröffentlicht wurden. Die ausgezahlte Einmalzahlung und der Anteil derjenigen, die eine erhalten, sind daher mit großer Unsicherheit behaftet. Würden 75 Prozent der Arbeitnehmer im Schnitt 500 Euro erhalten, würde der Staat auf Steuereinnahmen von schätzungsweise fünf Milliarden Euro verzichten, bei der Sozialversicherung läge der Einnahmenverzicht ebenfalls bei rund fünf Milliarden Euro. Zudem wird durch die höheren Konsumausgaben über Energie- und Mehrwertsteuer Geld an den Staat zurückfließen. Insgesamt wären die Kosten für den Fiskus in etwa so hoch wie bei der Energiepreispauschale – und würden deutlich besser entlasten als der Tankrabatt.
 

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Michael Hüther / Markos Jung / Thomas Obst in der Zeitschrift für Wirtschaftspolitik Externe Veröffentlichung 11. August 2022

Wachstum durch Beschäftigung: Potenziale der deutschen Volkswirtschaft

Germany’s labour market faces substantial challenges caused by demographic change in the next decade. However, a country comparison with Sweden and Switzerland reveals hidden labour market potentials.

IW

Artikel lesen
Thomas Obst Pressemitteilung 11. August 2022

Energiekrise: Mehr als 300.000 Arbeitslose durch hohe Gaspreise

Energie wird immer teurer – auch mittelfristig. Verdoppelt sich der Gaspreis im Herbst, steigt die Inflation im kommenden Jahr um bis zu vier Prozentpunkte, zeigen neue Simulationen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Bis Ende kommenden Jahres könnten ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880