1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Steuerregelungen 2026: Für viele Haushalte wird es teurer
Zeige Bild in Lightbox Das Gebäude des Bundesfinanzministerium ins Berlin
Viele Haushalte haben im kommenden Jahr weniger Geld auf dem Konto (© Gettyimages/Sean Gallup)
IW-Nachricht 14. Dezember 2025 Martin Beznoska

Steuerregelungen 2026: Für viele Haushalte wird es teurer

Im neuen Jahr müssen viele Steuerzahler mit höheren Belastungen rechnen, wie neue Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen. Besonders Gutverdienende zahlen 2026 mehr. Steigende Sozialbeiträge und ein höherer CO₂-Preis zehren einen Großteil der steuerlichen Entlastungen auf.

Zum Jahresbeginn greifen zahlreiche Änderungen, die die Haushalte belasten: Der CO₂-Preis erhöht sich, die Sozialbeiträge steigen weiter. Zwar gleicht die Bundesregierung bei der Einkommensteuer die kalte Progression aus und hebt die Pendlerpauschale sowie Kinderfreibeträge und Kindergeld an – in vielen Fällen reichen diese Entlastungen jedoch nicht aus. So wird etwa ein Single mit einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro nur um 11 Euro entlastet, wie neue IW-Berechnungen zeigen. Erst bei einem Arbeitsweg von 20 Kilometern bringt die höhere Pendlerpauschale ein schmales Plus von 121 Euro.

Gutverdienende und Alleinerziehende werden belastet

Besonders für Haushalte mit hohem Einkommen wird es teurer: Wer 100.000 Euro im Jahr verdient, muss mit einem Minus von 239 Euro rechnen; selbst Pendler zahlen netto drauf. Auch Alleinerziehende mit einem höheren Einkommen müssen mehr zahlen. Bei einem Jahreseinkommen von 70.000 Euro hat eine alleinerziehende Person 216 Euro weniger auf dem Konto.

Familien profitieren hingegen vom höheren Kindergeld: Ein Paar mit zwei Kindern und einem gemeinsamen Einkommen von 90.000 Euro, bei dem ein Partner zwei Drittel und der andere ein Drittel davon erwirtschaftet, hat am Ende des Jahres 126 Euro mehr. Bei Pendlern sind es 231 Euro. Ist das gemeinsame Einkommen höher, kommt es auch bei Familien zu zusätzlichen Belastungen. 

Mit einem Wachstumsimpuls ist nicht zu rechnen

Trotz steuerlicher Entlastungen bleibt für viele Haushalte unterm Strich kaum mehr übrig: Steigende Sozialbeiträge und höhere Energiepreise heben die Entlastungen teilweise wieder auf – was die eine Hand gibt, nimmt die andere. Punktuelle Maßnahmen der Bundesregierung wie steuerfreie Überstunden oder die Aktivrente begünstigen zudem nur einzelne Gruppen. Eine in die Breite gehende Senkung der Einkommenssteuer wäre deutlich wirksamer und könnte der angeschlagenen Wirtschaft einen spürbaren Wachstumsimpuls verschaffen. 
 

Inhaltselement mit der ID 15073 Inhaltselement mit der ID 15074 Inhaltselement mit der ID 15075
PDF herunterladen
IW-Kurzbericht 101/2025
IW-Kurzbericht Nr. 101 14. Dezember 2025 Martin Beznoska

Steuern und Abgaben 2026: Erneut höhere Belastungen für viele Haushalte

Martin Beznoska Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Berlin will Wohnungskonzerne für viel Geld vergesellschaften und bekommt gleichzeitig Finanzhilfen von anderen Bundesländern.
Pressemitteilung 12. Oktober 2026 Björn Kauder

Landesfinanzen: Nur Bayern gibt mehr, als es bekommt

Ohne Umverteilung von Steuermitteln hätte Bayern pro Einwohner fast 1.200 Euro mehr in der Landeskasse. Bremen, Berlin, das Saarland und die neuen Bundesländer haben dadurch hingegen deutlich mehr, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Björn Kauder IW

Artikel lesen
IW-Report Nr. 41 12. Oktober 2026 Björn Kauder

Öffentliche Einnahmen im Bundesländervergleich

Zur Sicherstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse beeinflusst der Bund die Einnahmen von Ländern und Gemeinden.

Björn Kauder IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880