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Jürgen Matthes IW-Nachricht 7. Januar 2022

Türkei: Erdogan kämpft gegen ökonomische Grundsätze

Die Währungskrise in der Türkei ist selbst verschuldet. Deutsche Unternehmer und internationale Investoren sind stark verunsichert und verlieren zunehmend das Vertrauen. Seit Erdogans Amtsantritt hat die Lira fast 82 Prozent an Wert verloren.

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Präsident Erdogan hat die türkische Notenbank zu einem Handlanger seiner Politik gemacht, von einer unabhängigen Geldpolitik kann keine Rede mehr sein. Mit Zinserhöhungen ließe sich die hohe Inflation bekämpfen und die Lira stabilisieren, stattdessen erzwingt Erdogan Zinssenkungen. Damit wendet er sich gegen ökonomische Grundprinzipien – und kämpft einen aussichtslosen Kampf. Zudem lädt er Finanzinvestoren ein zu Einbahnstraßen-Spekulationen gegen die türkische Währung. Ohne eine Kursänderung der Notenbank führt das zum sicheren Erfolg und heizt den Verfall der Lira weiter an. Seit Erdogan im August 2014 Präsident geworden ist, hat die Lira fast 82 Prozent an Wert verloren. 

Dieser ökonomisch höchst unvernünftige Kampf gegen die Marktgesetze verunsichert internationale Investoren. Gleichzeitig birgt die Unzufriedenheit in der Türkei über die hohe Inflation politische Risiken. Die deutsche Wirtschaft treffen die Abwertungen hart: Der Export in die Türkei wird damit teurer. Angesichts der anhaltenden Abwertung ist es nicht verwunderlich, dass die deutschen Ausfuhren in der Türkei seit Erdogans Amtsantritt stagnieren. Im Jahr 2013 lagen die Ausfuhren bereits in etwa so hoch wie im Jahr 2021, während die deutschen Warenexporte insgesamt in dieser Zeit um rund 25 Prozent zulegten. Damit ist die Türkei von Rang 14 der wichtigsten Ausfuhrpartner auf Rang 16 abgerutscht. Ihr Anteil an den deutschen Ausfuhren sank von zwei Prozent im Jahr 2013 auf nur noch rund 1,6 Prozent. Eine vielversprechende Handelsentwicklung sieht anders aus. 

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