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(© Foto: motorradcbr - Fotolia)
IW-Nachricht 5. Mai 2015 Bahnstreik

Schlichtung statt Millionenschäden

Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL soll im Güterverkehr 138 Stunden dauern. Damit drohen der deutschen Wirtschaft Millionenschäden – denn nach drei bis vier Tagen Streik ist mit logistikbedingten Produktionsunterbrechungen zur rechnen. Die Akteure sollten deshalb endlich einen Schlichter benennen. Der kann aber nur erfolgreich arbeiten, wenn auch die Eisenbahnergewerkschaft EVG mit am Tisch sitzt.

Wird länger als drei bis vier Tage gestreikt, können die gesamtwirtschaftlichen Kosten schnell von einstelligen Millionenbeträgen auf über 100 Millionen Euro pro Tag ansteigen. Die Höhe, so eine IW-Schätzung, hängt vor allem davon ab, inwieweit es den Firmen gelingt, ihre Logistikketten aufrechtzuerhalten. Besonders betroffen sind deshalb Branchen, deren Güter nicht so einfach auf Lkws oder Schiffe umgeladen werden können – also insbesondere die Stahlindustrie, aber auch der Fahrzeugbau und die Chemische Industrie.

In der Schätzung ist berücksichtigt, dass heutzutage etwa 17 Prozent des Güterverkehrs über die Schiene abgewickelt werden und die Deutsche Bahn davon rund zwei Drittel übernimmt. Außerdem nahmen die IW-Verkehrsexperten an, dass die Bahn ein Drittel ihrer Gütertransporte durch den Einsatz von verbeamteten Lokführern und von Lokführern, die in der Gewerkschaft EVG organisiert sind, aufrechterhalten kann. Doch selbst unter diesen Annahmen drohen ab Freitag erste Produktionsunterbrechungen bei deutschen Firmen.

Noch schwerer als der daraus folgende wirtschaftliche Schaden wiegt momentan die anhaltende Unsicherheit für die deutsche Wirtschaft und für die Millionen Bahnreisenden. Die Zeitverluste und Kosten durch Umbuchungen und Staus auf den Straßen gehen zudem ebenfalls in die Millionen. Die beteiligten Akteure sollten also schon aus gesamtwirtschaftlichem Interesse einen Schlichter benennen, der den Konflikt beizulegen hilft. Und da es beim GDL-Streik ja um deutlich mehr als reine Gehaltsthemen geht – unter anderem um die Frage, wen die GDL eigentlich vertreten darf –, muss bei den Schlichtungsgesprächen die Eisenbahnergewerkschaft EVG unbedingt mit an den Tisch.

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