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Auslandsstudium IW-Nachricht 26. Januar 2017

Eine europäische Erfolgsstory

Dank Bologna und Erasmus hat sich die Zahl der deutschen Studierenden im Ausland seit den 1990er Jahren mehr als verdreifacht, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt. Das Auslandsstudium verbessert die Jobchancen und stärkt das Interesse für Europa. Der Brexit stellt diesen Austausch jedoch teilweise in Frage.

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Im Jahr 1994 – deutlich vor der Bologna-Reform des Jahres 1999 – studierten 40.000 junge Deutsche im Ausland, 2014 waren es mit 137.300 mehr als dreimal so viele. Die Zahl der Auslandsstudenten hat sich somit deutlich dynamischer entwickelt als die der Studierenden insgesamt: 2014 kamen auf 1.000 deutsche Studierende an deutschen Hochschulen 58 an ausländischen Universitäten, 1994 waren es nur 23.

Die meisten Studierenden im Ausland streben dort auch einen Abschluss an. Dank Bologna kann ein deutscher Bachelor mit einem ausländischen Master kombiniert werden – ein Weg, für den sich mittlerweile fast jeder fünfte deutsche Student entscheidet. Gut acht von zehn deutschen Auslandsstudenten wählen ein europäisches Land. Diese Präferenz wird durch das Erasmus-Programm der Europäischen Union unterstützt, das nunmehr seit 30 Jahren besteht und seit einer Reform im Jahr 2014 unter dem Namen „Erasmus+“ firmiert. Wie eine im Auftrag der EU-Kommission erstellte Studie zeigt, verbessert die Mobilität die Einstellungschancen und trägt dazu bei, über den nationalen Horizont hinaus eine europäische Sichtweise zu entwickeln – sagen über 80 Prozent der europäischen Erasmus-Studierenden. Nahezu alle der rund 20.000 Befragten aus mehr als 30 europäischen Ländern wünschen sich eine Berufstätigkeit mit internationalen Bezügen. Für das exportstarke Deutschland ist dies vor dem Hintergrund nationaler Abgrenzungsbewegungen eine gute Nachricht.

Nach dem Brexit ist diese Offenheit allerdings in Frage gestellt. Schränkt das Vereinigte Königreich tatsächlich die Personenfreizügigkeit ein, dann ist die britische Teilnahme am Erasmus-Programm beendet. Das betrifft zum einen die rund 15.000 Briten, die jedes Jahr mit Erasmus-Förderung in Europa studieren, und zum anderen die rund 5.500 Deutschen sowie die 23.000 anderen Europäer, die dank Erasmus um die hohen Studiengebühren auf der Insel herumkommen. „Wir wollen auch weiterhin die Besten, um bei uns zu arbeiten oder zu studieren“, versicherte die britische Regierungschefin in ihrer jüngsten Regierungserklärung zum EU-Austritt. Wie genau dies organisiert werden soll, ließ sie aber offen. Derweil haben sich 69 Prozent ihrer Landsleute in einer Umfrage für eine Fortsetzung des internationalen Studentenaustauschs ausgesprochen. Bei den Austrittsverhandlungen sollten daher alle EU-Mitglieder daran mitwirken, dass junge Leute auch künftig uneingeschränkt europaweit studieren können.

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