1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Gefahr für digitale Geschäftsmodelle
Zeige Bild in Lightbox Gefahr für digitale Geschäftsmodelle
(© Foto: Adam Berry)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Christian Rusche IW-Nachricht 3. Juli 2017

Gefahr für digitale Geschäftsmodelle

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) möchte Unternehmen dazu verpflichten, ihre Algorithmen den Behörden offenzulegen. Dies soll verhindern, dass Konsumenten mithilfe der Programme diskriminiert werden. Doch das könnte für weitreichende Probleme sorgen.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Ein Algorithmus ist ein Berechnungsverfahren für ein mathematisches Problem. Er sortiert und organisiert zum Beispiel Informationen. In vielen Fällen lernt ein Algorithmus selbstständig dazu – je mehr Informationen er verarbeitet, desto besser wird sein Ergebnis. In der Praxis ist ein Algorithmus zum Beispiel der Computercode, der die Rangliste der Google-Suche erstellt. Aber auch Navigationsgeräte enthalten Algorithmen, Onlinewerbung basiert ebenfalls auf ihnen.

Bei Verbraucherschützern besteht die Sorge, dass Algorithmen Konsumenten Informationen vorenthalten könnten oder sie diskriminieren. Eine Prüfung der Algorithmen in Deutschland – zum Beispiel durch die geplante Digitalagentur – ist jedoch aus mehreren Gründen nicht zielführend:

  • Algorithmen sind weit verbreitet. Außerdem werden sie ständig angepasst oder lernen selber. Eine Prüfung jedes Algorithmus in Deutschland ist daher eine Mammutaufgabe, die in dieser Form personell und finanziell kaum zu bewältigen sein dürfte.
  • Algorithmen zu prüfen, stellt einen großen bürokratischen Aufwand dar, der nicht nur für große, US-amerikanische Plattformen anfallen würde. Auch kleine deutsche Start-ups würden hiervon stark getroffen. Dies ist ein Standortnachteil für Deutschland, das ohnehin bei Gründungen unter anderem hinter den USA herhinkt.
  • Algorithmen sind wesentlicher Bestandteil vieler digitaler Geschäftsmodelle. Müssen Unternehmen sie offenlegen – und sei es nur bei einer Behörde –, könnte dies dazu führen, dass sie hierzulande weniger in Innovationen investieren. Schlimmstenfalls könnten die betroffenen Unternehmen ihr Angebot einschränken.

Statt Unternehmen zu verpflichten, Geschäftsgeheimnisse zu offenbaren, sollte die Politik lieber Konsumenten weiterbilden, um sie zu mündigen, digital affinen Bürgern zu machen. Denn nur wer mehrere Informationskanäle nutzt, ist weniger anfällig für Manipulationen.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
800 Millionen Euro weniger Einnahmen durch Corona-Krise
Tobias Hentze Pressemitteilung 30. März 2021

Kirchensteuer: 800 Millionen Euro weniger Einnahmen durch Corona-Krise

Corona hat die Kirchen hart getroffen: 2020 schrumpften deren Einnahmen aus der Kirchensteuer um rund 800 Millionen Euro. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Doch die Konjunktur wird sich bald erholen – der demografische ...

IW

Artikel lesen
Dominik Enste / Julia Wildner / Lucia Nafziger IW-Report Nr. 1 1. Januar 2021

Going green with behavioural economics: How to combine business and ethics

This paper calls for an increased discourse between Fridays for Future and representatives of business. Fridays for Future play a key role in educating the public and raising awareness of scientific reports, such as the Intergovernmental Panel on Climate ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880