1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. EEG-Novelle: Zu wenige Windräder auf dem Land
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
IW-Nachricht 23. September 2020 Andreas Fischer

EEG-Novelle: Zu wenige Windräder auf dem Land

Heute soll die lang erwartete Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) vom Bundeskabinett beschlossen werden. Doch gerade beim Windausbau besteht Nachbesserungsbedarf.

Knapp 20 Jahre ist es mittlerweile her, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beschlossen wurde: Betreiber von Solar- und Windanlagen freuen sich seitdem über eine feste Einspeisungsvergütung. Im kommenden Jahr werden zum ersten Mal Anlagen aus der Förderung fallen, da diese nur für 20 Jahre garantiert ist. Während der Solarstrom aus Altanlagen ab dem kommenden Jahr zum Marktpreis eingespeist wird, sucht man in der Novelle jedoch vergebens nach einer Anschlusslösung für Windanlagen. Für die Betreiber bedeutet das vor allem eins: Unsicherheit.

Viele Anlagen sind schon jetzt veraltet

Die geplante Gewinnbeteiligung der Kommunen ist zwar ein guter Schritt, doch es besteht nach wie vor großer Handlungsbedarf. Besonders drei Probleme gilt es zu lösen: Erstens stehen auf geeigneten Flächen viele alte, ineffiziente Windräder. Es wäre sinnvoll, sie durch effizientere zu ersetzen. Doch auch davon ist in der Novelle keine Rede. Um den weiteren Ausbau der Windenergie an Land voranzutreiben, wären - zweitens - auch schnellere und einfachere Verfahren notwendig. Dadurch könnten alte Anlagen auch schneller durch modernere ersetzt werden. Doch noch immer kämpfen Betreiber mit Genehmigungsstaus bei den Behörden und mit einer Klageflut seitens Naturschützer und Anwohner. Die geplante „Südquote“ soll Standorte, die beim Windausbau deutlich hinterherhinken, zwar unterstützen, doch es bleibt fraglich, ob das ausreicht. 

Lahmer Windausbau

Drittens sind die gesteckten Ausbauziele viel zu gering. Die Zahl der Windenergieanlagen an Land wird nur um etwa ein Drittel wachsen, da gleichzeitig auch alte Anlagen voraussichtlich abgerissen werden, weil deren EEG-Förderung ausläuft und sich dadurch ihr Betrieb nicht mehr lohnt. Zum Vergleich: Die Zahl der Photovoltaikanlagen soll bis 2030 verdoppelt werden, der Bestand an Windrädern auf See soll um das Eineinhalbfache steigen. Bis 2030 wird Deutschland netto sogar ein Drittel weniger Windräder aufstellen als in den vergangenen zehn Jahren. Die Bundesregierung sollte rasch zusehen, dass sie den Windkraftausbau effektiv vorantreibt – andernfalls rückt die Energiewende in weite Ferne.

Inhaltselement mit der ID 7913

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Leitmärkte: Wie die öffentliche Hand zur Industrietransformation beiträgt
IW-Kurzbericht Nr. 76 29. Oktober 2026 Malte Küper / Thilo Schaefer

Leitmärkte: Wie die öffentliche Hand zur Industrietransformation beiträgt

Leitmärkte können der Grundstoffindustrie verlässlichen Absatz sichern. Beim Zement könnte die öffentliche Hand 2030 rund die Hälfte der Near-Zero-Kapazität abnehmen, beim Primärstahl fast ein Viertel. Jetzt braucht es verbindliche Vorgaben.

Malte Küper / Thilo Schaefer IW

Artikel lesen
Interview 16. September 2026 Thilo Schaefer bei phoenix

„Öl und Gas werden nicht viel billiger“

Trotz niedriger Gasspeicher und hoher Ölpreise wirken Politik und Verbraucher gelassen. Im Interview mit phoenix erklärt IW-Ökonom Thilo Schaefer, warum die Preise absehbar hoch bleiben und wie gezielte Entlastungen statt Pauschalrabatte helfen könnten.

Thilo Schaefer bei phoenix IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880