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Axel Plünnecke IW-Nachricht 12. Dezember 2019

Bildungsfinanzbericht: Wo für Bildung und Forschung besonders viel Geld fehlt

Deutschlands Schüler werden wieder schlechter. Das haben die jüngste PISA-Studie und der Bildungsmonitor gezeigt. Und die Herausforderungen für das Bildungssystem werden in Zukunft nicht kleiner: Nach Angaben des aktuellen Bildungsfinanzberichts werden für Forschung und Bildung 9,1 Prozent des BIP ausgegeben – zu wenig, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

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Das Land braucht einen Bildungsaufbruch: Um Bildungschancen und Innovationskraft zu stärken, sollte die Bundesregierung künftig zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Forschung und Bildung ausgeben. Die GroKo hat mit der verabschiedeten Forschungszulage bereits einen wichtigen Schritt unternommen, doch im Bildungsbereich muss sie noch liefern. Kitaplätze fehlen, Lehrer kennen sich kaum mit digitalen Medien aus und der Schulerfolg der Kinder hängt noch immer zu stark vom Erfolg der Eltern ab. Sechs große Handlungsfelder im Überblick.

1.    Durchlässigkeit erhöhen

In Deutschland gelingt nur wenigen der Bildungsaufstieg – noch immer spielt die Bildung der Eltern eine zu starke Rolle. Es bleibt eine der zentralen Aufgaben in unserem Bildungssystem, diese Durchlässigkeit zu erhöhen.

2.    Integration stärken 

Der Fachkräftemangel lähmt die deutsche Wirtschaft zunehmend. Zuwanderer und Geflüchtete müssen daher schneller integriert werden und auch die gleichen Chancen auf gute Bildung haben. In den Bereichen Kita, Schule, Berufsausbildung und Hochschule muss der Bund daher Sprachförderangebote ausbauen und zusätzliche Kapazitäten schaffen.

3.    KITA-Qualität stärken 

Nach IW-Berechnungen fehlen bundesweit 320.000 Kita-Plätze für unter 3-Jährige. Das Gute-Kita-Gesetz setzt zwar wichtige Impulse zur Stärkung der Kitas, jedoch werden Teile der Mittel verwendet, um Kita-Gebühren zu senken. Dabei müsste dieses Geld in den Ausbau gesteckt werden. 

4.    Digitalisierung in Schulen vorantreiben 

Der Digitalpakt der Bundesregierung ist ein erster Schritt. Entscheidend ist aber eine umfassende Lehreraus- und -fortbildung. Schließlich bringen Lehrer den Kindern digitale Medien näher und bereiten sie auf die Zukunft vor. Dazu werden mehr IT-Fachkräfte an Schulen benötigt.

5.    Qualitätswettbewerb entfachen 

Wettbewerb schafft Qualität. Durch Vergleichsarbeiten, Bildungsstandards und mehr Autonomie entsteht ein Wettkampf der Schulen. Dazu braucht es gut qualifizierte Lehrkräfte und mehr Mittel für Ganztagsschulen. Auch zusätzliche Ressourcen für Schulsozialarbeit, Schulpsychologen und Sprachförderung fördern die Qualität. 

6.    IT-Kapazitäten im Hochschulbereich stärken 

Bei der Verfügbarkeit von IT-Experten und Anmeldungen von Digitalisierungspatenten gibt es ein erhebliches Gefälle zwischen Stadt und Land sowie zwischen West und Ost. Um die Chancen der Digitalisierung bundesweit optimal nutzen zu können, sollten Hochschulen auch in ländlichen Regionen gegründet und vorhandene Kapazitäten im Bereich der Informatik weiter gestärkt werden.

„Um das Bildungssystem nachhaltig zu stärken, braucht es eine gezielte Ausweitung der Bildungsausgaben“, sagt IW-Bildungsexperte Axel Plünnecke. „Pauschale Erhöhungen werden uns nicht weiterhelfen.“

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