1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Windkraft: Ohne Abstandsregel könnten jährlich 71 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: GettyImages)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Andreas Fischer / Thilo Schaefer IW-Nachricht 8. Juni 2022

Windkraft: Ohne Abstandsregel könnten jährlich 71 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden

Die Bundesregierung plant in einem neuen Gesetz, dem Windausbau zwei Prozent der Landfläche zur Verfügung zu stellen. Dem stehen aktuelle Abstandsregeln einzelner Bundesländer entgegen. Die Initiative ist ein richtiger Schritt: Zwar sind Natur- und Artenschutz wichtig, doch die Klimaziele haben Priorität. Bundesländer, die beim Ausbau der Windkraft bisher gebremst haben, müssen endlich liefern.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Weniger als ein Prozent der Fläche in Deutschland ist bisher für Windkraftanlagen vorgesehen. Zu wenig, um die Klimaziele zu erreichen, und auch zu wenig, um schmutzige Kohle und russische Energie zu ersetzen. Die Ampelregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, künftig zwei Prozent der Fläche für Windenergie auszuweisen. Doch die pauschalen Abstandsregelungen einiger Bundesländer wie Bayern und Nordrhein-Westfalen stehen im Weg. Erst kürzlich beschloss auch Sachsen einen solchen Abstand von mindestens 1.000 Metern zu Wohngebäuden, auch in Thüringen ist eine solche Regelung im Gespräch – eine Vollbremsung in Sachen Klimaschutz. Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass derartige pauschale Abstandsregelung deutschlandweit nahezu zu einer Halbierung der Neubaupotenziale für Windkraftanlagen führen. Nach IW-Berechnungen würden ohne Abstandsregeln – so wie im aktuellen Gesetzesentwurf mit dem schönen Namen „Wind-an-Land-Gesetz“ geplant – perspektivisch bis zu 71 Millionen Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden, da durch einen stärkeren Ausbau der Windenergie größere Mengen der fossilen Stromerzeugung ersetzt werden können. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr meldete das Umweltbundesamt einen Ausstoß von 762 Millionen Tonnen CO2. 

Schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren

Der heute auf den Weg gebrachte Gesetzentwurf sieht vor, dass der Bund die Abstandsregeln in den Ländern außer Kraft setzen kann, sollten diese die Flächenvorgaben zum Ausbau verfehlen. Für eine erfolgreiche Energiewende ist unverzichtbar, die grüne Transformation und den Ausbau von Erneuerbaren voranzutreiben. Es darf keine unnötigen Einschränkungen verfügbarer Flächen für den Windausbau geben, ebenso braucht es deutlich schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. „Wir brauchen die grüne Energie“, sagt IW-Klimaexperte Thilo Schaefer. „Nur so lassen sich Treibhausgasemissionen einsparen.“ 

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Echte Hilfe oder Show – der LNG-Deal mit Katar
Malte Küper im SWR SWR 29. November 2022

Echte Hilfe oder Show – der LNG-Deal mit Katar

Deutschland hat den neuen LNG-Deal mit Katar präsentiert. Ab 2026 bekommen wir jährlich 2 Millionen Tonnen Flüssiggas für mindestens 15 Jahre. Wie sehr hilft Deutschland das LNG? Darüber spricht IW-Energieexperte Malte Küper im Interview mit SWR aktuell.

IW

Artikel lesen
Hubertus Bardt bei phoenix Video 22. November 2022

Gaspreisbremse: „Für die privaten Verbraucher ist es wichtig, das Entlastungssignal zu sehen“

Verbraucher sollen mit der Gaspreisbremse entlastet werden. Der Sparanreiz sollte trotz der Entlastungspakete aber nicht verloren gehen, sagt IW-Wissenschaftsleiter Hubertus Bardt bei phoenix der tag.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880