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Gastbeitrag 9. Juni 2026 Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung

IMP-Index: Metallpreisindex erklimmt Rekordhöhe

Der Industriemetallpreis-Index ist von April auf Mai zwar nur leicht gestiegen, es reichte aber für ein Rekordhoch. Es war der neunte Anstieg in den vergangenen zehn Monaten.

Der leichte Rückgang der Metallpreise im April ist im letzten Monat wieder vollständig aufgezehrt worden. Das Preisniveau hat sich damit auf dem hohen Niveau festgesetzt, um das es seit Jahresbeginn mit kleineren Ausschlägen schwankt.

Der Industriemetallpreis (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft hat im Mai um 1,1 % zugelegt. Der Index, der die Kosten der wichtigsten Importmetalle in Euro abbildet, hat damit erneut ein Rekordniveau erreicht. Mit 835,2 Punkten wird die bisherige Höchstmarke aus dem März aber nur um 0,1 % übertroffen. Verglichen mit dem Wert des Vorjahresmonats war der Zuwachs von 36 % aber geradezu dramatisch. Die Metallpreise scheinen auf einem neuen Preisniveau angekommen zu sein. Die anhaltenden geopolitischen Schwankungen und Lieferrisiken sprechen auch nicht für einen absehbaren Rückgang. Anders könnte dies aussehen, wenn die Weltwirtschaft sich überraschend schwach entwickeln und damit die Rohstoffnachfrage nachlassen würde.

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Treiber des jüngsten Anstiegs war insbesondere das Indexschwergewicht Kupfer. In Euro gerechnet ist der Preis innerhalb eines Monats um 4,9 % angestiegen, womit ein neuer Rekordwert erreicht wurde. Dasselbe gilt für Zinn mit einem Plus von 10,1 % im Mai und gut 62 % im Jahresvergleich. Nur knapp unter dem Rekordwert liegt Aluminium, das zuletzt 2,1 % teurer wurde und fast 45 % mehr kostet als vor einem Jahr. Deutlich aufwärts ging es zuletzt auch bei Nickel (+5,0 %), gefolgt von Zink (+3,8 %), Blei (+3,5 %) und Silber (+3,1 %). Für Eisenerz ging es um 2,7 % aufwärts. Dämpfend auf das Preisniveau wirkte allein Gold, das in Euro im Mai 2,6 % verloren hat, aber immer noch fast 34 % über dem Wert aus dem letzten Mai liegt.

Wenig Einfluss hatte zuletzt der Wechselkurs. Ohne die leichte Aufwertung des Dollars wäre der Index mit +0,8 % etwas langsamer gestiegen. Drei Viertel der Veränderung geht damit auf die internationalen Metallmärkte, ein Viertel auf die Währungsschwankungen zurück. Im Jahresvergleich hat der Wechselkurs jedoch gebremst. Ohne die Dollar-Aufwertung des letzten Jahres läge das Metallpreisniveau noch einmal 3,5 höher als das derzeitige Rekordniveau.

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