Industriemetallpreis-Index sinkt erstmals nach sechs Monaten unter die 800-Punkte-Marke, schreibt IW-Senior Advisor Hubertus Bardt in einem Gastbeitrag für die Börsen-Zeitung.
Metallpreise konsolidieren auf hohem Niveau
Die Preise der wesentlichen Importmetalle sind im Juli weiter zurückgegangen. Dennoch ist das Preisniveau weiterhin historisch hoch. Während die Notierungen der Metalle auf breiter Front niedriger liegen, hat der Dollarkurs eine weitergehende Entlastung verhindert.
Das Level der wichtigsten Metalle, die nach Deutschland eingeführt werden, wird mit dem Industriemetallpreisindex (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft abgebildet. Um die Kostenbelastung heimischer Unternehmen zu erfassen, werden dafür die internationalen Metalpreise in Euro umgerechnet. Im Juli ging der IMP-Index um 18 Punkte oder 2,2 % auf 783,3 Punkte zurück. Nach sechs Monaten wurde damit die 800 Punkte-Marke erstmals wieder unterschritten. Zusammen mit der Entlastung im Juni ergibt sich der größte Zweimonatsrückgang seit vier Jahren. Dennoch ist das Gesamtniveau im langjährigen Vergleich sehr hoch. Der aktuelle Wert liegt nur 6,2 % unter dem Höchstwert aus dem Mai, aber 28,1 % über dem Vorjahresmonat.
In Euro gerechnet wurden die meisten Metalle billiger. Besonders stark war der Rückgang beim Indexschwergewicht Aluminium, das 7,3 % günstiger notierte. Innerhalb von zwei Monaten summiert sich der Rückgang auf 11,8 %. Auch Nickel und Blei gingen im Juli mit 4,5 % überdurchschnittlich stark zurück. Bei Eisenerz war der Rückgang mit 1,7 % geringer. Teurer wurden hingegen Zink um 2,6 % sowie Kupfer und Zink um jeweils 0,8 %. Auch die Edelmetalle Gold und Silber verloren an Wert. Gold war im Juli 2,8 % billiger als im Vormonat, Silber verlor gegenüber dem Juni-Wert ganze 11,1 %.
Ohne die leichte Dollar-Aufwertung wäre die Entlastung für heimische Metallverarbeiter noch deutlicher ausgefallen. Bei konstantem Wechselkurs wäre der IMP-Index nicht nur um 2,2 %, sondern um 3,1 % zurückgegangen. Gut ein Viertel der Entlastung auf den Metallmärkten ist damit durch die Entwicklung auf den Devisenmärkten zunichte gemacht worden.
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