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IW-Kurzbericht 5. Oktober 2017 Manuel Fritsch / Galina Kolev / Jürgen Matthes Auch EU-Partner profitieren vom deutschen US-Exporterfolg

Im Rahmen der Debatte über das US-Leistungs­bilanzdefizit fokussiert Donald Trump seine Kritik immer wieder auf Deutschland. Doch im Fall eines Handelskriegs wäre Deutschland nicht allein davon betroffen. Denn in den EU-Partnerländern hängen hunderttausende Arbeitsplätze über die Vorleistungsverflechtung an den deutschen US-Exporten.

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Auch EU-Partner profitieren vom deutschen US-Exporterfolg
IW-Kurzbericht 5. Oktober 2017 Manuel Fritsch / Galina Kolev / Jürgen Matthes

Auch EU-Partner profitieren vom deutschen US-Exporterfolg

IW-Kurzbericht

Manuel Fritsch / Galina Kolev / Jürgen Matthes Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Im Rahmen der Debatte über das US-Leistungs­bilanzdefizit fokussiert Donald Trump seine Kritik immer wieder auf Deutschland. Doch im Fall eines Handelskriegs wäre Deutschland nicht allein davon betroffen. Denn in den EU-Partnerländern hängen hunderttausende Arbeitsplätze über die Vorleistungsverflechtung an den deutschen US-Exporten.

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Die Trump-Administration hat sich zum Ziel gesetzt, das Leistungsbilanzdefizit der USA deutlich zu senken und kritisiert dabei vor allem Deutschland. Sollte die deutsche Wirtschaft das Ziel von US-Strafzöllen werden, stellt sich die Frage, wie sehr die anderen EU-Mitgliedstaaten Deutschland dann den Rücken stärken und wie sehr sie über die Vorleistungsverflechtung an dem deutschen Exporterfolg in den USA teilhaben würden.

Ein erster Blick auf die relevanten Daten liefert bereits wichtige Hinweise:

  • Die USA sind Deutschlands wichtigstes Exportzielland. Mit 107 Milliarden Euro gingen im Jahr 2016 knapp 9 Prozent der deutschen Warenausfuhren in die Vereinigten Staaten.
  • Deutschland ist für viele EU-Nachbarn der wichtigste Handelspartner. So entfielen gemäß der Handelsstatistik im Jahr 2016 rund 32 Prozent der tschechischen Warenexporte auf Deutschland. Ebenfalls sehr hohe Werte verzeichneten Österreich (30 Prozent), Ungarn (28 Prozent), Polen (27 Prozent) und die Niederlande (24 Prozent). In der Slowakischen Republik und Rumänien betrug der Anteil jeweils 22 Prozent.
  • Um die gesamtwirtschaftliche Relevanz dieser Exporte nach Deutschland abzuschätzen, muss der Exportanteil am BIP in den EU-Partnerländern mit einbezogen werden. Dieser ist in kleinen Ländern höher als in größeren. Wird beides kombiniert, erhält man den Anteil der Warenexporte nach Deutschland an der Wirtschaftsleistung des jeweiligen Landes. In der Tschechischen Republik und Ungarn liegt diese Quote bei knapp über einem Fünftel, in der Slowakischen Republik knapp darunter. Die Niederlande kommen auf fast 16 Prozent.

Eine genauere Analyse muss die Vorleistungsverflechtungen berücksichtigen. Dazu dienen multinationale Input-Output-Tabellen der World Input-Output Database (WIOD), deren Daten derzeit bis 2014 reichen. Damit kann berechnet werden, wie viel Produktion, Wertschöpfung und Beschäftigung in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten dadurch entsteht, dass Vorleis­tungen (Waren und Dienstleistungen) nach Deutschland fließen und von dort indirekt in die USA exportiert werden. Dabei wird gemäß der üblichen Proportionalitätsannahme unterstellt, dass sich Wertschöpfung und Beschäftigung anteilsmäßig wie der Produktionswert auf die Nachfrage verteilen. Datenlücken in den von Eurostat zugespielten Beschäftigungsdaten wurden approximiert.

Folgende Ergebnisse sind hervorzuheben:

  • Im Jahr 2014 wurden in den EU-Partner-Ländern insgesamt fast 40 Milliarden Euro an Produktion und knapp 14 Milliarden Euro an Wertschöpfung indirekt über Vorleistungslieferungen generiert, die in deutsche US-Exporte eingehen.
  • Damit hingen 2014 insgesamt über 253.000 Beschäftigte in den EU-Partnerländern von den deutschen US-Exporten ab. Dieser Wert ist seit dem Jahr 2000 um rund 16 Prozent gestiegen. Allein die deutschen US-Exporte der Automobilindustrie sicherten über die Vorleistungsverflechtung die Beschäftigung von knapp 110.000 Arbeitnehmern in anderen EU-Ländern.
  • Besonders hoch ist die Anzahl der indirekt vom deutschen US-Export abhängigen Beschäftigten bei einigen unserer Nachbarländer (Abbildung): In Italien, in der Tschechischen Republik, Frankreich und den Niederlanden sind es jeweils zwischen gut 22.000 und knapp 26.000.
  • In Polen hängen sogar knapp 45.000 Beschäftigte an den deutschen US-Exporten. Das ist fast ein Drittel der Beschäftigten, die direkt, das heißt von den polnischen US-Exporten, oder indirekt über die Vorleistungsverflechtung mit den deutschen US-Exporten am Handel mit den USA hängen.

Es wird deutlich, dass auch einige EU-Partner nennenswert vom deutschen Exporterfolg in den USA profitieren. Zudem haben sie auch ein Eigeninteresse daran, dass keine Strafzölle oder andere protektionistische Maßnahmen eingeführt werden, denn diese würden auch ihre eigenen Exporte treffen.

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Auch EU-Partner profitieren vom deutschen US-Exporterfolg
IW-Kurzbericht 5. Oktober 2017 Manuel Fritsch / Galina Kolev / Jürgen Matthes

Manuel Fritsch / Galina Kolev / Jürgen Matthes: Auch EU-Partner profitieren vom deutschen US-Exporterfolg

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Manuel Fritsch / Galina Kolev / Jürgen Matthes: EU Partners benefit from Germany's US export success

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