Die Wahrung gleichwertiger Lebensverhältnisse ist nicht nur ein politisches Versprechen, sondern ein im Grundgesetz verankertes Staatsziel (Art. 72 GG). Doch in einer Zeit, in der Deutschland mit vielfältigen Disparitäten kämpft, verschiebt sich die Definition dessen, was ein „gutes Leben“ ausmacht.
Leben in Metropolregionen
Studie für den Regionalverband Ruhr (RVR)
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die Wahrung gleichwertiger Lebensverhältnisse ist nicht nur ein politisches Versprechen, sondern ein im Grundgesetz verankertes Staatsziel (Art. 72 GG). Doch in einer Zeit, in der Deutschland mit vielfältigen Disparitäten kämpft, verschiebt sich die Definition dessen, was ein „gutes Leben“ ausmacht.
Während traditionell ökonomische Kennzahlen wie das Bruttoinlandsprodukt dominierten, wird mittlerweile breiter diskutiert, was lebenswerte Regionen ausmacht. Die vorliegende Studie liefert hierzu eine umfassende Datenbasis. Sie vergleicht die zwölf deutschen Metropolregionen anhand von 23 Indikatoren in sechs Bereichen und kommt zu einem Ergebnis, das mit gängigen Klischees bricht: Das Ruhrgebiet belegt im Gesamtindex den ersten Platz. Auf das Ruhrgebiet folgen das benachbarte Rheinland und die Metropolregion Rhein-Neckar. Die Metropolregionen Frankfurt/Rhein-Main und Mitteldeutschland komplettieren die Top 5.
Das zentrale Ergebnis der Studie offenbart ein interessantes Spannungsfeld zwischen den klassischen Star-Metropolen und dem Ruhrgebiet. Das Paradoxon der monozentrischen Regionen (München, Hamburg, Berlin): Metropolregionen wie München (Rang 12 im Gesamtindex) oder Hamburg (Rang 10) leiden in der Gesamtbetrachtung unter ihrer Struktur. Zwar erzielen die Kernstädte selbst oft exzellente Ergebnisse, doch die Metropolregionen sind riesig und umfassen weite, ländlich geprägte Teile.
- Das Problem: Wer im Umland wohnt, muss oft sehr lange Wege in Kauf nehmen, um die Angebote der Kernstadt zu nutzen. In der Metropolregion München etwa sind die Wege zu Krankenhäusern und Ärzten, Museen, Kitas oder Schulen oft weit, die hohen Immobilienpreise der Landeshauptstadt strahlen aber bis ins Umland aus.
- Die Folge: Die statistische Durchschnittsbelastung durch Wegezeiten und Kosten zieht diese Regionen im Ranking nach unten.
Die Stärke des Ruhrgebiets liegt hingegen in seiner einzigartigen polyzentrischen Struktur. Es gibt nicht ein Zentrum, sondern viele.
- Dichte Infrastruktur: Egal wo man im Ruhrgebiet wohnt, das nächste Krankenhaus, die nächste Autobahnauffahrt oder der nächste Fernbahnhof sind extrem schnell erreichbar. Bei der Erreichbarkeit von Fernbahnhöfen (ca. 12 Minuten) und Autobahnen (unter 5 Minuten) ist das Ruhrgebiet ungeschlagen.
- Kultur und Freizeit vor der Haustür: Die Region verfügt über die höchste Dichte an Events, Museen und Sportvereinen aller Metropolregionen. Das Freizeitangebot konzentriert sich nicht auf eine Innenstadt, sondern verteilt sich flächendeckend.
- Kurze Wege: Die ÖPNV-Dichte ist die höchste in Deutschland; im Schnitt muss ein Bewohner nur 212 Meter zur nächsten Haltestelle laufen.
Der vielleicht beeindruckendste Befund der Studie lässt sich in einer Währung ausdrücken, die für Familien unbezahlbar ist: Zeit. Eine Musterfamilie spart im Ruhrgebiet durch die kurzen Wege zu Schule, Kita, Arbeit und Freizeitaktivitäten täglich rund 31 Prozent an Wegezeit gegenüber dem Bundesdurchschnitt. Das entspricht einem Zeitgewinn von fast 30 Minuten pro Tag.
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