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Gutachten 23. Oktober 2026 Johannes Ewald / Tillman Hönig / Hanno Kempermann / Benita Zink Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Kfz-Handwerks

Das Kfz-Handwerk hält Deutschland mobil. Doch welchen Beitrag leisten die Betriebe zu Wertschöpfung, Beschäftigung und Ausbildung? Wie stärken sie ländliche Regionen, und wie gut sind sie auf den technologischen Wandel vorbereitet?

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Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Kfz-Handwerks
Gutachten 23. Oktober 2026 Johannes Ewald / Tillman Hönig / Hanno Kempermann / Benita Zink

Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Kfz-Handwerks

Studie für den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV-Kfz)

Johannes Ewald / Tillman Hönig / Hanno Kempermann / Benita Zink Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Das Kfz-Handwerk hält Deutschland mobil. Doch welchen Beitrag leisten die Betriebe zu Wertschöpfung, Beschäftigung und Ausbildung? Wie stärken sie ländliche Regionen, und wie gut sind sie auf den technologischen Wandel vorbereitet?

Im Auftrag des Bundesinnungsverbands des Kraftfahrzeughandwerks (BIV-Kfz) untersuchen wir diese Fragen in der Studie „Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Kfz-Handwerks“. Die Analyse verbindet amtliche Statistiken mit Modellrechnungen zu gesamtwirtschaftlichen Effekten und einer Befragung von Mitgliedsbetrieben des BIV-Kfz. Sie zeigt die wirtschaftliche Bedeutung der Branche, ihre Stabilität in Krisen und die Herausforderungen durch Elektrifizierung, Digitalisierung und Fachkräftemangel. Damit liefert sie eine fundierte Grundlage für Entscheidungen in Wirtschaft, Verbänden und Politik.

Wertschöpfung und Ausbildung wirken weit über die Werkstatt hinaus

In rund 49.000 Betrieben waren 2025 etwa 491.000 Menschen im Kfz-Handwerk tätig. Die Branche erwirtschaftete unmittelbar rund 27 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung. Ihre wirtschaftliche Wirkung reicht jedoch weiter: Durch Aufträge an Zulieferer und Konsumausgaben der Beschäftigten entstehen zusätzliche Impulse. Insgesamt sind dem Kfz-Handwerk 48,9 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und rund 705.000 Erwerbstätige zuzurechnen. Jeder direkt erwirtschaftete Euro Wertschöpfung stößt weitere 83 Cent in der Gesamtwirtschaft an. Zugleich übernimmt die Branche eine wichtige Rolle bei der Fachkräftesicherung: 2024 bildete sie rund 55.200 junge Menschen aus. Mit einer Ausbildungsquote von 15,6 Prozent lag sie deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 4,6 Prozent. Von diesen Qualifikationen profitieren auch andere Wirtschaftsbereiche.

Regional präsent und stabil in Krisenzeiten

Das Kfz-Handwerk bietet Arbeitsplätze und sichert Mobilität in allen 400 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Besonders groß ist seine Bedeutung auf dem Land: In gering verdichteten ländlichen Räumen liegt sein Anteil an der Erwerbstätigkeit 36 Prozent über dem bundesweiten Anteil. Die Betriebe stärken auch ihr wirtschaftliches Umfeld. Nach Angaben der befragten Unternehmen stammen 46 Prozent der eingekauften Waren und Dienstleistungen aus einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern. Hinzu kommt eine hohe Krisenfestigkeit: Seit 2005 schwankte die Beschäftigung im Kfz-Handwerk weniger als in allen untersuchten Vergleichsbranchen. Wartung, Reparaturen und Sicherheitsprüfungen werden auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten benötigt. Damit trägt die Branche zur Stabilität regionaler Arbeitsmärkte bei.

Für auf die Transformation vorbereitete Betriebe bietet der technologische Wandel eine Chance

Elektrifizierung und Digitalisierung verändern das Werkstattgeschäft. Rund 89 Prozent des Werkstattumsatzes entfallen bislang auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Mit dem Wandel des Fahrzeugbestands müssen Betriebe neue Leistungen erschließen und in Technik sowie Qualifizierung investieren. Die Befragung der Mitgliedsbetriebe zeigt: Nur 28 Prozent der Betriebe schätzen sich als (eher) vorbereitet ein. Diese Betriebe sind hingegen schon heute wirtschaftlich erfolgreicher: Sie bieten ein breiteres Leistungsspektrum an, investieren mehr und wachsen langfristig eher als weniger vorbereitete Betriebe. Daran wird deutlich, dass in der Transformation keine Bedrohung, sondern eine Chance liegt - für neue Leistungsfelder, Kundensegmente und eine gestärkte Marktposition. Gleichzeitig liegt erschweren hohe Investitionskosten, Fachkräfteengpässe und Unsicherheit über den künftigen Antriebsmix die Anpassung. Auch die richtigen politischen Rahmenbedingungen können dazu beitragen, die Transformation erfolgreich zu gestalten. Aus Sicht der Betriebe umfasst das unter anderem Planungssicherheit in Bezug auf den Antriebsmix, Unterstützung bei Investitionen in neue Technologien und den Zugang zu Fahrzeugdaten und Diagnosesystemen.

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