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Jan Büchel / Barbara Engels Gutachten 9. Februar 2022 Digitalisierungsindex 2021: Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland

Die Wirtschaft in Deutschland ist 2021 im Vergleich zu 2020 fast durchgängig digitaler geworden. Die Treiber der Digitalisierung sind vor allem verbesserte Rahmenbedingungen, also unternehmensexterne Indexkategorien wie Technische Infrastruktur. Sie steigen im Durchschnitt stärker als die unternehmensinternen Indexkategorien, wie beispielsweise Forschungs- und Innovationsaktivitäten sowie Geschäftsmodelle.

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Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland
Jan Büchel / Barbara Engels Gutachten 9. Februar 2022

Digitalisierungsindex 2021: Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland

Langfassung zum Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

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Die Wirtschaft in Deutschland ist 2021 im Vergleich zu 2020 fast durchgängig digitaler geworden. Die Treiber der Digitalisierung sind vor allem verbesserte Rahmenbedingungen, also unternehmensexterne Indexkategorien wie Technische Infrastruktur. Sie steigen im Durchschnitt stärker als die unternehmensinternen Indexkategorien, wie beispielsweise Forschungs- und Innovationsaktivitäten sowie Geschäftsmodelle.

Zu grundlegenden Verschiebungen auf den unterschiedlichen Differenzierungsebenen kommt es nicht. Große Unternehmen, die IKT-Branche, die Bundeslandgruppe Süd (Baden-Württemberg und Bayern) sowie Agglomerationen sind deutliche Digitalisierungsvorreiter. Kleine Unternehmen, das Sonstige Produzierende Gewerbe, die Bundeslandgruppe Ost (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) und die geringverdichteten ländlichen Räume haben am meisten Aufholbedarf.

Es gibt verschiedene mögliche Erklärungsansätze dafür, warum die durchschnittlichen Zunahmen der internen und externen Digitalisierungsaspekte sich unterscheiden. Eine Erklärung ist, dass die äußeren Rahmenbedingungen, die die Unternehmen vorfinden, die Möglichkeiten der Digitalisierung in den Unternehmen determinieren. Eine entwickelte technische Infrastruktur, passende administrativrechtliche Rahmenbedingungen, eine digitalorientierte Gesellschaft, bereitstehendes Humankapital und eine florierende Innovationslandschaft sind Voraussetzungen und Motoren dafür, dass die Wirtschaft intern digitaler werden kann: sowohl in Prozessen, Produkten und Geschäftsmodellen, als auch in der Qualifizierung der eigenen Mitarbeiterschaft und bei den eigenen Forschungs- und Innovationsaktivitäten. Damit die Unternehmen intern digitaler werden können, müssen zunächst die externen Rahmenbedingungen verbessert werden. Dementsprechend zeigen die Rahmenbedingungen, die externen Kategorien, derzeit noch höhere Zuwächse. In Zukunft sind höhere Zunahmen bei den internen Kategorien zu erwarten.

Eine andere Erklärung ist, dass die Corona-Pandemie sich unterschiedlich stark auf die internen und externen Kategorien auswirkt. Unter Umständen hat sich die Pandemie auf die internen Kategorien eher als Digitalisierungsbremse ausgewirkt als auf die externen Kategorien. Dies ist damit zu begründen, dass in den internen Kategorien die unmittelbare Situation der Unternehmen aufgefangen wird, die in der Pandemie durch Unsicherheiten und Kostendruck vielfach Einsparungen vornehmen und Investitionen mindern oder verschieben mussten. Möglicherweise haben viele Unternehmen größere Digitalisierungsprojekte pausiert oder verschoben. Diese Vermutung wird von dem Indexergebnis gestützt, dass vor allem die Prozesse der Unternehmen digitaler werden, ihre Produkte und vor allem Geschäftsmodelle jedoch weniger stark.

Der sogenannte Corona-Digitalisierungsschub kann dementsprechend keineswegs als umfassend bezeichnet werden, sondern betrifft vor allem Prozesse wie das vernetzte Arbeiten, den Informationsaustausch im Unternehmen sowie die digitale Vernetzung mit anderen Unternehmen. Die Digitalisierung einiger Prozesse war für viele Unternehmen in der Pandemie nötig, um arbeits- und konkurrenzfähig zu bleiben. Von einer deutlichen Digitalisierung der Produkte oder sogar Geschäftsmodelle kann bisweilen nicht die Rede sein. Der Fokus der Unternehmen auf die Prozesse ist nicht überraschend, denn gerade für Unternehmen ist es oftmals einfacher und schneller, digitale Prozesse zumindest in Teilen des Unternehmens zu installieren, als ihr Produktportfolio um digitale Produkte zu erweitern oder sogar ihr Geschäftsmodell zu verändern. Die dafür notwendigen Investitionen müssen getätigt werden, bevor sich ein Mehrwert ergibt. Daher sind gerade in Pandemiezeiten im Bereich Geschäftsmodelle in vielen Branchen keine großen Sprünge zu erwarten.

Der Digitalisierungsindex 2022 wird zeigen, welche Trends sich fortsetzen. Insbesondere werden die Zahlen abbilden, ob die Wirtschaft in Deutschland das Momentum des partiellen Digitalisierungsschubs durch die Corona-Pandemie nutzen und ihn zu einem nachhaltigen, umfassenden Digitalisierungsschub machen kann.

Eine vollständige Digitalisierung der Wirtschaft kann dabei nicht das Ziel sein. Nicht alle Unternehmen aller Branchen können und sollen sinnvollerweise digitale Produkte und Geschäftsmodelle anbieten. Der goldene Weg ist abhängig von jedem einzelnen Unternehmen. Um ihn zu finden, müssen Unternehmen experimentieren und prüfen, an welcher Stelle sie digital vorgehen, was sinnvollerweise analog bleibt, und wo das Analoge mit dem Digitalen kombiniert werden kann. Wenn sie diesen Spielraum am Standort Deutschland vorfinden, ist viel erreicht.

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Langfassung zum Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

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