Noch immer bestehen große Unterschiede im Kostenniveau zwischen den ostdeutschen und den westdeutschen Bundesländern. Mit 27,8 Euro produziert die ostdeutsche Industrie um 35 Prozent billiger als die westdeutsche (42,9 Euro). Seit der Jahrtausendwende hat sich die deutsche Kostenposition gegenüber der ausländischen Konkurrenz insgesamt leicht verschlechtert, gegenüber dem Euroraum aber verbessert. Diese Entwicklung verlief jedoch nicht stetig. Vielmehr konnte Deutschland seinen Kostennachteil gegenüber dem Euro-Ausland in der ersten Dekade des neuen Jahrtausends kontinuierlich verringern. Nach vier Jahren der Stagnation verschlechterte sich die deutsche Arbeitskostenposition bis 2018 aber wieder um 5 Prozentpunkte. Der lang anhaltende Aufschwung hat in Deutschland somit nicht nur zu einem Beschäftigungsaufbau, sondern auch zu einer überdurchschnittlich hohen Arbeitskostendynamik geführt. Bei der Herstellung industrieller Erzeugnisse sind über Vorleistungsverflechtungen ebenfalls andere Branchen beteiligt – beispielsweise wirtschaftsnahe Dienstleister. Das Institut der deutschen Wirtschaft berechnet daher auch die Arbeitskosten des Verarbeitenden Gewerbes einschließlich seines Vorleistungsverbunds. Durch den Verbundeffekt reduzierten sich die Arbeitskosten in der deutschen Industrie im Jahr 2018 auf 38,8 Euro, also um gut 2 Euro. Dies ist zwar in Europa der stärkste Effekt – die Vorleister sind also im Vergleich zum Verarbeitenden Gewerbe hierzulande besonders günstig. Dennoch bleibt Deutschland mit Rang sechs in der Spitzengruppe des Kostenrankings.