Wie digitalisiert ist die deutsche Wirtschaft? Welche Faktoren sind erfolgsentscheidend? Der IW-Report liefert einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und die Verbreitung von Digitalisierung und Industrie 4.0 in Deutschland, beleuchtet die Veränderungen von Arbeitsmarkt und Arbeitswelt und erörtert Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen können.
Digitalisierung, Industrie 4.0, Big Data
IW-Report
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Wie digitalisiert ist die deutsche Wirtschaft? Welche Faktoren sind erfolgsentscheidend? Der IW-Report liefert einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und die Verbreitung von Digitalisierung und Industrie 4.0 in Deutschland, beleuchtet die Veränderungen von Arbeitsmarkt und Arbeitswelt und erörtert Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen können.
Gesamtwirtschaftlich betrachtet ist Digitalisierung für sich genommen kein neuer Trend. Die Mehrheit der Beschäftigten arbeitet bereits heute mit Computern, in rund zwei Dritteln der Unternehmen gibt es eine eigene Website. Wirklich neu und zur „Wirtschaft 4.0“ wird Digitalisierung erst, wenn sie in Kombination mit Automatisierung und Vernetzung betrachtet und damit zur „Industrie 4.0“ wird. Im Mittelpunkt von „Industrie 4.0“ steht die echtzeitfähige, intelligente, horizontale und vertikale Vernetzung von Menschen, Maschinen, Objekten und IKT-Systemen (Informations- und Kommunikationstechnik-Systemen) zum dynamischen Management von komplexen Systemen (BMWi, 2015a).
Nach mehrheitlicher Auffassung befindet sich „Wirtschaft 4.0“ derzeit überwiegend noch in einer frühen Umsetzungsphase. Allerdings bietet insbesondere die Gestaltung der sogenannten Enabler-Ebene ein weites und schnell wachsendes interdisziplinäres Handlungsfeld. Dabei geht es um externe Enabler wie Technologien, Datensicherheit, Datenrecht, Standards, Infrastruktur sowie um interne Enabler wie Fachkräfte, Unternehmensorganisation, Unternehmensstrategie und Prozessen.
„Industrie 4.0“ ist im Kern zunächst ein Technikthema, bei dem es um Sensorik, Auto-ID-Technologien, Robotics, Automatisierung, IT-Systemtechnik, Virtualisierungs- und Simulationstechniken, Datenanalyse, Big Data, Internettechnologien und Cloud Computing geht. Ziel ist die Schaffung von mehr Effizienz durch sinkende Leerkosten, skalierbare Losgrößen bis zur Losgröße von nur eins sowie die Etablierung datengetriebener neuer Produkte und Geschäftsmodelle, die eine Monetarisierung von digitalisierten Produkten und Prozessen erlauben.
Aus ökonomischer Perspektive konstitutiv für „Industrie 4.0“ sind drei Elemente: Automatisierung, Virtualisierung und Vernetzung. Mindestens zwei der drei Merkmale müssen erfüllt sein, damit von Industrie 4.0 gesprochen werden kann. Zentrale Merkmale eines „Geschäftsmodells 4.0“ sind mit IT ansteuerbare Anlagen und Produkte, der Einsatz von Datenanalyse und Algorithmen, der Verkauf digitalisierter Produkte, die digitale Vernetzung mit Kunden sowie eine interaktive Vernetzung mit Partnern in der Wertschöpfungskette.
Roman Bertenrath / Hans-Peter Klös / Oliver Stettes: Digitalisierung, Industrie 4.0, Big Data
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