Nach den Daten des Dachverbands der Betriebskrankenkassen ist der Krankenstand 2018 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen (BKK-Dachverband, 2019, 58). Seit dem historischen Tiefstand im Jahr 2006 setzt sich damit der längerfristige Trend fort. Das wirkt sich nicht nur auf die betrieblichen Abläufe aus, sondern auch auf die Arbeitskosten.

Denn fehlt ein Mitarbeiter krankheitsbedingt, zahlt der Arbeitgeber das volle Gehalt für bis zu sechs Wochen (§ 3 EFZG) – erst danach springt die gesetzliche Krankenkasse ein. Deren Krankengeld beträgt allerdings nur 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts (§ 47 SGB V). Kürzere Fehlzeiten, die auf dieselbe Erkrankung zurückzuführen sind, werden dabei innerhalb von 12 Monaten summiert. Bei anderen Erkrankungsursachen beginnt die sechswöchige Fortzahlungsfrist von neuem. Das Entgelt wird auch während des Mutterschutzes gezahlt (§ 19 MuSchG), also sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin sowie acht Wochen nach der Geburt.

Die Höhe der Aufwendungen werden im Sozialbudget dokumentiert (BMAS, 2019). Sieht man von Zeiten des Mutterschutzes ab, zahlten die Arbeitgeber im Jahr 2018 Gehälter in Höhe von 51,6 Milliarden Euro für ihre erkrankten Mitarbeiter. Das Sozialbudget weist allerdings nur Bruttoentgelte aus und greift damit zu kurz. Denn auch die darauf entfallenden Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung werden im Fall einer Erkrankung weiter gezahlt.