Dies liegt vor allem an der Zinsentwicklung, die die Preisentwicklung überkompensiert hat. Allerdings haben nur wenige Haushalte die Chance, an dieser Entwicklung zu partizipieren, da sie über zu wenig Kapital verfügen, um Eigenkapital und Erwerbsnebenkosten zu bedienen. Nur 15 Prozent der Mieter verfügen über ein gespartes Kapital von 60.000 Euro.

Grundsätzlich bieten sowohl eine höhere Wohneigentumsquote als auch eine hohe Mietwohnquote gesellschaftliche Vorteile. Insbesondere mit Blick auf den Arbeitsmarktmarkt bietet ein hoher Anteil von Mietern Vorteile, da damit die Flexibilität erhöht wird, aber auch bezüglich des Wohnens in großen Mehrfamilienhäusern stellt sich das Wohnen zur Miete als überlegen dar. Angesichts der derzeitigen Chancen aufgrund der Niedrigzinsphase und damit der Möglichkeiten, die Vermögensbildung und die Altersvorsorge zu stärken, wäre ein höherer Anteil an Wohneigentümern aber hilfreich. Daher ist der Staat gefordert, den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern.

Mit einer Reform der Grunderwerbsteuer, der Stärkung der Vermögensförderung sowie der bundesweiten Einführung von Nachrangdarlehen sind hier drei mögliche Ansätze skizziert worden. Sowohl ein Freibetrag als auch eine nur hälftige Besteuerung würden Ersterwerber bei der Grunderwerbsteuer deutlich entlasteten. Eine Anpassung der Vermögensförderung an heutige Einkommen und Preise könnte darüber hinaus auch bei jungen Haushalten die Ersparnisbildung anregen. Schließlich könnten Nachrangdarlehen den Eigenkapitalbedarf deutlich reduzieren, ohne dass hiermit signifikante Kosten oder Risiken für den Staat verbunden wären, wenn z. B. auf eine entsprechende Tilgung geachtet wird. Diese Maßnahmen würden letztlich dazu beitragen, mehr Menschen den Zugang zu Wohneigentum zu ermöglichen, was über die Nutzung der Zinsvorteile auch zu einer Reduzierung der Wohnkosten führen würde.