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Gutachten 18. Oktober 2024 Cornelius Bähr / Tillman Hönig / Sebastian van Baal* Uber in Deutschland: Ein profitables Geschäftsmodell für app-vermittelte Fahrdienste

App-vermittelte Fahrdienste übernehmen heute in vielen Städten einen nennenswerten Teil der Personenbeförderung. Diese oftmals von Mietwagenunternehmen erbrachte Transportdienstleistung stellt damit eine wichtige Mobilitätsoption für Verbraucher dar, insbesondere als Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs.

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Ein profitables Geschäftsmodell für app-vermittelte Fahrdienste
Gutachten 18. Oktober 2024 Cornelius Bähr / Tillman Hönig / Sebastian van Baal*

Uber in Deutschland: Ein profitables Geschäftsmodell für app-vermittelte Fahrdienste

Studie im Auftrag von Uber

Cornelius Bähr / Tillman Hönig / Sebastian van Baal* Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

App-vermittelte Fahrdienste übernehmen heute in vielen Städten einen nennenswerten Teil der Personenbeförderung. Diese oftmals von Mietwagenunternehmen erbrachte Transportdienstleistung stellt damit eine wichtige Mobilitätsoption für Verbraucher dar, insbesondere als Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs.

In der öffentlichen Diskussion stehen Forderungen nach einer stärkeren Regulierung von Mietwagenunternehmen. Zentral ist dabei die Forderung nach Mindestbeförderungsentgelten. Hintergrund ist die These, dass Mietwagenunternehmen die Taxiunternehmen einem ruinösen Wettbewerb auf Basis nicht kostendeckender Angebote aussetzen würden und dass im Extrem-fall eine mangelnde Wirtschaftlichkeit der Mietwagenunternehmen auf die angestellten Fahrer abgewälzt würde.

Die vorliegende Studie analysiert zwei ökonomische Aspekte der Diskussion:

  • Sie analysiert auf Basis der ökonomischen Theorie die Wirkung von Mindestbeförderungsentgelten.
  • Sie erarbeitet ein Wirtschaftlichkeitsmodell für Mietwagenunternehmen. Dieses Modell wird dann auf von Uber bereitgestellte Umsatzzahlen angewendet. Die Daten stammen von sämtlichen Mietwagenunternehmen, die in Deutschland den Großteil ihrer Umsätze über die Vermittlung von Uber erzielen und nur eingeschränkt auf andere App-Vermittlungen zurückgreifen (im Folgenden auch: „Uber-Mietwagenpartner“ oder „Uber-Partner“).

Zentrale Ergebnisse hinsichtlich der ökonomischen Wirkung von Mindestpreisen sind:

  • Bürger müssen bei Einführung von Mindestpreisen in Mietwagenverkehren im Durchschnitt höhere Preise für diese Beförderungsleistungen zahlen, sofern sie die Mietwagen-Services über-haupt noch in Anspruch nehmen. Wenn sie diese nicht mehr oder weniger nutzen, weichen sie auf Alternativen aus, darunter auch auf motorisierten Individualverkehr. Besonders Bürger aus einkommensschwachen Haushalten würden unter einem Mindestpreis leiden, weil relativ kostengünstige Beförderungsmöglichkeiten entfielen.
  • Weil ein Mindestpreis die Kosten für Beförderungsleistungen erhöht, führt er dazu, dass Bürger ihre Nachfrage verringern. Durch die Anpassungsreaktionen am Markt werden Mindestpreise nicht zu einer Lohnerhöhung, sondern eher zu einer Lohnsenkung führen.
  • Es bestehen erhebliche Zweifel, ob Mindestbeförderungsentgelte im Mietwagenbereich sich positiv auf die wirtschaftliche Situation des Taxigewerbes auswirken würden. Es ist fraglich, ob ein Mindestpreis für Mietwagen zu einer höheren Nachfrage nach Taxis führt, da für viele, vor allem digitalaffine Bürger die Alternative nicht zwischen einer Taxi- oder Mietwagenfahrt besteht, sondern zwischen einem Mietwagen und einer anderen Beförderungsmöglichkeit, insbesondere dem motorisierten Individualverkehr.

Die Ergebnisse zum Wirtschaftlichkeitsmodell von Mietwagenunternehmen in Deutschland, die einen Großteil ihrer Umsätze über die Vermittlung von Uber erzielen, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Die app-vermittelten Mietwagenunternehmen sind insgesamt im Branchenvergleich überdurchschnittlich wirtschaftlich: Das durchschnittliche Unternehmen erzielt im Wirtschaftlichkeitsmodell eine Umsatzrendite von 1,6 Prozent und damit doppelt so viel wie durchschnittliche Unternehmen im Landverkehr in Großstädten, deren Umsatzrendite bei 0,8 Prozent liegt. Bei einer Betrachtung der umsatzgewichteten durchschnittlichen Rendite der app-vermittelten Miet-wagenunternehmen liegt im Wirtschaftlichkeitsmodell sogar eine sehr hohe Profitabilität von 7,4 Prozent vor. Diese hohe Wirtschaftlichkeit im Markt ist vor allem auf besonders profitable mittlere und große Unternehmen zurückzuführen.
  • In der differenzierten Betrachtung nach sechs Unternehmenstypen, die sich im Wesentlichen durch ihre Größe unterscheiden, ergibt sich ein positives Jahresergebnis für fünf der sechs Typen und lediglich für Kleinstunternehmen ein Jahresergebnis an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Diese machen jedoch – gemessen am Umsatz – nur 0,9 Prozent des Gesamtmarktes aus.
  • Es gibt zwei wesentliche Gründe für die hohe Wirtschaftlichkeit. Erstens liegen die erzielten Stundenumsätze typischerweise deutlich über der kostendeckenden Grenze, was im Wesentlichen auf eine hohe Auslastung der Fahrzeuge von rund 50 Prozent zurückzuführen ist. Zweitens gibt es starke Skaleneffekte im Geschäftsmodell: Größere Mietwagenunternehmen sind besonders profitabel und tragen mit einem hohen Marktanteil auch zu einer starken durchschnittlichen Wirtschaftlichkeit im Markt bei.

Aus der Gesamtbetrachtung der Untersuchungsergebnisse lässt sich somit ableiten, dass die Wirtschaftlichkeit des Geschäftsmodells der app-vermittelten Mietwagenverkehre, die einen Großteil ihrer Umsätze über Uber erzielen, eindeutig gegeben ist. Die Einführung von Mindestbeförderungs-entgelten für Mietwagenverkehre würde diese Wirtschaftlichkeit behindern, keinen Beitrag zur Zahlung höherer Löhne für die Fahrer bewirken und kaum zu einer höheren Nachfrage nach Taxiverkehren führen.

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