Der deutsche Mittelstand steht vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits wächst der Druck zur Digitalisierung – getrieben von steigenden Kundenansprüchen, Fachkräftemangel und neuen, digital basierten Geschäftsmodellen.
Wenn sich Digitalisierung rechnet: Potenziale der Digitalisierung von Finanzprozessen im deutschen Mittelstand
Studie für die Partnerschaft für Finanzdigitalisierung
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Der deutsche Mittelstand steht vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits wächst der Druck zur Digitalisierung – getrieben von steigenden Kundenansprüchen, Fachkräftemangel und neuen, digital basierten Geschäftsmodellen.
Andererseits sind die Hürden hoch: Begrenzte Ressourcen, fehlendes Know-how und eine komplexe Regulierungslandschaft bremsen viele Unternehmen aus. Dabei ist der Mittelstand das Rückgrat der deutschen Wirtschaft: Rund 99 Prozent aller Unternehmen zählen zu den KMU. Ihre Fähigkeit, Digitalisierung umzusetzen, ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
Ein hohes Potenzial durch Digitalisierung besteht bei den Finanzprozessen. Sie sind für alle Unternehmen relevant, unabhängig von Branche oder Größe, und wirken als zentraler Hebel für Effizienzsteigerungen. Finanzprozesse sind häufig standardisiert und wiederkehrend – von der Rechnungsstellung über die Zahlungsabwicklung bis hin zur Buchführung – und bieten daher ideale Ansatzpunkte für Automatisierung. Automatisierte interne Abläufe können nicht nur die Produktivität steigern, sondern auch wertvolle personelle Kapazitäten freisetzen – ein wichtiger Faktor in Zeiten knapper Fachkräfte. Hinzu kommt, dass die Politik den Handlungsdruck bei den Unternehmen hier erhöht: Seit Anfang 2025 sind Unternehmen verpflichtet, E-Rechnungen empfangen zu können, und zugleich soll die Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr gestärkt werden: Neben der Barzahlung soll auch immer mindestens eine digitale Bezahloptionen angeboten und damit im Alltag selbstverständlich werden.
Die Studie zeigt, dass der Finanzbereich im Mittelstand mit einem Digitalisierungsgrad von 82 Prozent bereits vergleichsweise stark digitalisiert ist – stärker als andere Unternehmensbereiche. Doch die Nutzung einzelner Finanztools fällt sehr unterschiedlich aus. Während digitale Geschäftskonten (86 Prozent) und Finanzverwaltungssoftware (73 Prozent) weit verbreitet sind, hinken Technologien wie Bezahlterminals oder E-Rechnungen hinterher. Besonders groß ist die Lücke bei innovativen Lösungen wie Big-Data-Analysetools, die bisher nur von rund einem Viertel der Unternehmen eingesetzt werden.
Dabei können diese Technologien und Lösungen als Grundlage und Brücke für weitere Digitalisierungen der internen Prozesse dienen. Die Einführung standardisierter E-Rechnungen oder die Nutzung von Bezahlterminals schafft die Grundlage für die automatisierte Verarbeitung von Finanzkennzahlen und bietet daher ein großes Potenzial für die Unternehmen.
Wenn sich Digitalisierung rechnet: Potenziale der Digitalisierung von Finanzprozessen im deutschen Mittelstand
Studie für die Partnerschaft für Finanzdigitalisierung
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Fünf Hebel für mehr Produktivität
Wie lässt sich die stagnierende Produktivität wieder in Fahrt bringen? Die Kurzstudie „Fünf Produktivitätshebel für Deutschland" im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen analysiert fünf zentrale Handlungsfelder (Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Innovation, Bürokratieabbau und öffentliche Investitionen) und quantifiziert deren Wirkung auf die gesamtwirtschaftliche Produktivität. Grundlage sind internationale ökonometrische Studien sowie Benchmarkvergleiche. Die Ergebnisse machen deutlich: Die Potenziale sind greifbar, es fehlt jedoch an konsequenter Umsetzung.
IW
IHK Arbeitsmarktradar Bayern 2026
Der IHK Arbeitsmarktradar zeichnet ein detailliertes Bild des bayerischen Arbeitsmarktes für das Jahr 2029. Dafür werden die Trends der Jahre 2018 bis 2024 fortgeschrieben.
IW