1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. US-Zölle: Deutsche Auto-Ausfuhren in die USA brechen um 15 Prozent ein
Zeige Bild in Lightbox Trump Tariffs On Most EU Imports At 15%
Die Autoexporte in die USA sind im Jahr 2025 eingebrochen. (© Getty Images)
Pressemitteilung 22. Dezember 2025 Samina Sultan

US-Zölle: Deutsche Auto-Ausfuhren in die USA brechen um 15 Prozent ein

Die deutschen Exporte in die USA sind in den ersten drei Quartalen 2025 stark zurückgegangen. Wie neue Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen, sind davon insbesondere die Schlüsselbranchen Automobil, Chemie und Maschinenbau betroffen.

Die in diesem Jahr verhängten US-Zölle auf Waren aus Deutschland und Europa haben die deutsche Exportwirtschaft stark getroffen. Wie eine neue IW-Auswertung zeigt, brachen die deutschen US-Exporte in den ersten drei Quartalen um fast acht Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Zum Vergleich: Zwischen 2016 und 2024 waren die Ausfuhren über den Atlantik noch um durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr gestiegen. Damit sind die US-Exporte Deutschlands unter das Niveau von 2022 zurückgefallen.

Zölle treffen deutsche Schlüsselindustrien

Fast 70 Prozent des Exportrückgangs entfiel auf die Schlüsselbranchen Auto, Chemie und Maschinenbau. Besonders stark traf es die Automobilindustrie: Die Ausfuhren von Kraftwagen und -teilen sanken in den ersten drei Quartalen um rund 15 Prozent. Auch der Maschinenbau und die chemische Industrie verzeichneten Rückgänge von jeweils knapp einem Zehntel. Eine wichtige Ursache für den Rückgang der Maschinenbauexporte sind die besonders hohen US-Zölle auf Stahl und Aluminium sowie Waren daraus, die derzeit bei 50 Prozent liegen. Bei chemischen Erzeugnissen dürften auch andere Gründe eine Rolle spielen, wie etwa eine niedrigere Produktion in Deutschland aufgrund höherer Energiepreise und infolgedessen auch geringere Exporte.

Dass US-Präsident Trump auch Zölle auf europäische Produkte verhängen würde, war bereits zu Beginn des Jahres erwartet worden. In einigen Branchen kam es daher zu Vorzieheffekten. So stiegen die Metallexporte in den ersten drei Quartalen zwar um insgesamt fast 15 Prozent. Das geht aber auf einen Anstieg im ersten Quartal zurück. Nach Ankündigung der US-Zölle auf Stahl und Aluminium im März gingen die Ausfuhren wieder zurück. Auch die Exporte von Pharmaprodukten legten in den ersten drei Quartalen um 1,2 Prozent zu. Zeitweise standen Zölle von bis zu 100 Prozent im Raum. Bis zur Zolleinigung zwischen EU und USA im Juli blieben die meisten Arzneien jedoch zollfrei. Zwischen 2016 und 2024 stiegen die Arzneimittelausfuhren im Durchschnitt um fast zehn Prozent pro Jahr.

Weniger Abhängigkeit von den USA nötig

Da eine schnelle Senkung der Trump-Zölle nicht zu erwarten ist, sollte Deutschland stärker auf alternative Handelspartner setzen. „Deutschland muss neue Märkte in Südamerika, Indien und Indonesien erschließen und zugleich Handelshemmnisse innerhalb der EU abbauen“, sagte IW-Expertin Samina Sultan. Zugleich müsse der Standort Deutschland international wettbewerbsfähiger werden. „Für die Chemiebranche ist der Standort Deutschland das Kernproblem – die US-Zölle haben den Rückgang beschleunigt, aber nicht verursacht“, so Sultan.
 

Inhaltselement mit der ID 15094
PDF herunterladen
Eine empirische Bestandsaufnahme Gefördert vom Auswärtigen Amt
IW-Report Nr. 67 22. Dezember 2025 Samina Sultan

US-Zölle: Wie stark leiden die deutschen Branchenexporte?

Gutachten gefördert vom Auswärtigen Amt

Samina Sultan Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Krise des deutschen Wirtschaftsstandorts: „Das ist nicht der Untergang Deutschlands“
Extern 17. Juli 2026 Michael Hüther im ZEIT-Podcast

Krise des deutschen Wirtschaftsstandorts: „Das ist nicht der Untergang Deutschlands“

Jobabbau bei VW, unzureichende Reformen, harter Wettbewerb aus Fernost: Der deutsche Wirtschaftsstandort steht massiv unter Druck. Im ZEIT-Podcast „Das Politikteil“ erklärt IW-Direktor Michael Hüther, warum er trotzdem optimistisch bleibt und an Deutschlands Zukunft glaubt.

Michael Hüther im ZEIT-Podcast IW

Artikel lesen
ntv 15. Juli 2026 Jürgen Matthes bei ntv

Chinas Aufstieg: „Fällt Deutschland auf die Füße”

China investiert massiv, subventioniert großzügig und exportiert immer mehr. IW-Ökonom Jürgen Matthes warnt, der Wettbewerb sei oft unfair und habe Deutschland bereits bis zu 400.000 Arbeitsplätze gekostet.

Jürgen Matthes bei ntv IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880