1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Trotz Iran-Kriegs: Niedrigere Inflation als 2022 erwartet
Zeige Bild in Lightbox Edeka Supermarket
Die gestiegenen Preise im Supermarkt machen die Inflation sichtbar, allerdings dürfte der Preisdruck geringer sein als 2022. (© Getty editorial / Sean Gallup)
Pressemitteilung 29. April 2026 Markus Demary

Trotz Iran-Kriegs: Niedrigere Inflation als 2022 erwartet

Die Inflation in Deutschland dürfte im Jahresdurchschnitt 2026 deutlich unter dem Krisenniveau von 2022 bleiben, zeigt eine Simulation des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Trotz der weltweiten Energiekrise infolge des Iran-Kriegs dürfte die durchschnittliche Inflation im Jahr 2026 bei 3,5 Prozent liegen. Das zeigt eine Simulation des IW, für die das Institut den Inflationsverlauf der letzten Energiekrise auf die aktuellen Preise übertragen hat. Eine Inflationswelle wie 2022 ist damit nicht zu erwarten. Auf ihrem Höhepunkt im September 2022 hatte die Inflationsrate zehn Prozent erreicht. Für Dezember 2026 rechnet das IW mit einer Preissteigerung von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Stabileres Umfeld als 2022

Zwar sind die Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs um jeweils knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen – ähnlich stark wie 2022. Doch fällt der Schock in ein stabiles Umfeld – im Januar lag die Inflationsrate noch bei 2,1 Prozent. Anders vor vier Jahren: Damals explodierten die Energiepreise inmitten einer Inflationsphase, die die Pandemie hinterlassen hatte.

Auch deshalb ist der Spielraum der Europäischen Zentralbank (EZB) heute größer. Gleichwohl ist der Zielkonflikt ähnlich: Eine Erhöhung des Leitzinses würde die Inflation dämpfen, gleichzeitig aber das ohnehin schwache Wachstum weiter bremsen.

Heizkosten als Risikofaktor

Wie stark die Inflation steigt, könnte sich an den Gasspeichern entscheiden. Die sind aktuell schlechter gefüllt als 2022. Hohe Einkaufspreise im Sommer würden im Winter direkt die Heizkosten der Haushalte verteuern. Steigende Energiepreise schlagen aber auch auf die Produktionskosten durch – und damit auf die Verbraucherpreise.

„Je länger der Iran-Krieg dauert, desto höher fällt die Inflation aus“, sagt IW-Finanzmarktexperte Markus Demary. Einkommensarme Haushalte könnten unter Druck geraten, zielgerichtete Entlastungen wären dann angemessen. Wie beim Tankrabatt mit der Gießkanne zu entlasten, sei dennoch falsch. Der Krieg im Iran werde zwangsläufig zu Wohlstandsverlusten führen – „Wir müssen in Deutschland lernen, dass der Staat nicht jede Härte auffangen kann“, so Demary.
 

Zur Methodik: Für die Simulation wurden die Inflationsverläufe bei Lebensmitteln, Heizkosten und Kraftstoffen der letzten Energiekrise auf die heutige Preisstruktur übertragen. Die Simulation stellt keine Prognose dar, sondern eine Nachbildung der vergangenen Energiekrise unter der heutigen Preisstruktur. Sie berücksichtigt nicht, dass die aktuelle Energiekrise in ihrer Größenordnung und ihrer zeitlichen Dauer anders verlaufen kann.
 

Inhaltselement mit der ID 15404
Inhaltselement mit der ID 15405
PDF herunterladen
IW-Kurzbericht 32/2026
IW-Kurzbericht Nr. 32 29. April 2026 Markus Demary

Bleibt die große Inflation diesmal aus?

Markus Demary Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Die Schwäche des US-Dollars – Chancen für den Euro und den europäischen Finanzmarkt?
Veranstaltung 16. November 2026 Markus Demary

Die Schwäche des US-Dollars – Chancen für den Euro und den europäischen Finanzmarkt?

Das Institut der deutschen Wirtschaft, die DekaBank und die Börsen-Zeitung laden Sie zum Finanzmarkt Round-Table am Montag, den 16. November 2026, von 11:00 bis 13:00 Uhr ein. Der Round-Table findet als Online-Veranstaltung statt.

Markus Demary IW

Artikel lesen
IW-Report Nr. 37 27. August 2026 Michael Hüther et al.

Der Euro als internationale Leitwährung

Die internationale Währungsordnung befindet sich in einer Phase des strukturellen Umbruchs, die durch geopolitische Spannungen, handelspolitische Fragmentierung und nationale Selbstgenügsamkeit der USA geprägt ist.

Michael Hüther / Markus Demary/ Melinda Fremerey / Simon Gerards Iglesias IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880