Die Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) dient dazu, strukturschwache Regionen gezielt zu unterstützen. Allein 2026 stehen hierfür 1,3 Mrd. Euro zur Verfügung. In den letzten Jahren wurden grundlegende Weiterentwicklungen angestoßen, die nun auch in der anstehenden Abgrenzung für der GRW-Gebiete für den Zeitraum von 2028-2034 wirksam werden sollen. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der IW Consult für das Bundeswirtschaftsministerium zeigt, wie das System sich gezielter auf künftige Risiken ausrichten lässt.
GRW-Regionalförderung: Neues Frühwarnsystem für alle deutschen Regionen
Die Regionalförderung von Bund und Ländern sollte künftig auch in vorausschauender Art und Weise Regionen berücksichtigen, die bisher noch nicht als strukturschwach gelten, aber transformationsbetroffen sind. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE).
So sollten beispielsweise auch ländliche Industrieregionen im Niedersachsen und Bayern förderfähig werden. Bislang gelten insbesondere die ostdeutschen Flächenländer, das Saarland, der Norden Niedersachsens und das nördliche Ruhrgebiet als strukturschwach. Die Studie macht aber deutlich, dass künftige Risiken, die in den nächsten Jahren auf die Regionen zukommen, stärker einfließen sollten. Die besonders transformationsbetroffene Industrie ist mit 71 Prozent der Beschäftigung vorrangig in ländlichen Räumen beheimatet.
Neues Modell mit 31 Indikatoren
Dazu haben die Wissenschaftler ein neues Konzept für Wirtschaftsförderung für alle Kreise und kreisfreien Städte entwickelt. Es umfasst insgesamt 31 Indikatoren, zum Beispiel die Wirtschaftskraft, den Branchenmix, die Infrastruktur, die Lebensverhältnisse oder Zukunftsrisiken. Dabei zeigt sich ein deutliches Stadt-Land-Gefälle insbesondere bei vorausschauenden Indikatoren wie der Gründungslandschaft oder den Hochschulen.
Die Regionalförderung würdigt so die steigende Komplexität und Gleichzeitigkeit der Transformationen
Mit dem Konzept erhalten Bund und Länder eine wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlage für die künftige Regionalförderung. „Wer Strukturwandel ernst nimmt, darf nicht erst reagieren, wenn der Abstieg einer Region schon sichtbar ist. Entscheidend ist, Risiken früh zu erkennen und Mittel dort einzusetzen, wo sie den größten Unterschied machen. Genau darauf muss sich die Förderpolitik jetzt ausrichten“, sagt IW-Direktor Michael Hüther.
Vorbereitendes Gutachten zur Neuabgrenzung des Fördergebiets der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) für die Förderperiode ab 2028
Studie für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Vorbereitendes Gutachten zur Neuabgrenzung des Fördergebiets der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) für die Förderperiode ab 2028
Die deutsche Wirtschaft steht vor einem historischen Epochenbruch. Die dahinterliegenden Transformationsprozesse erfordern neue Antworten für die Regionalentwicklung.
IW
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IW