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Zeige Bild in Lightbox Gas Prices Soar As Oil Jumps Above $100 A Barrel Amid Iran Conflict
Ölfeld in den USA: Der Irankonflikt treibt die Preise weltweit nach oben. (© Getty Images)
IW-Nachricht 11. März 2026 Thomas Puls

Bundesregierung gibt Ölreserven frei: „Freigabe wird Märkte beruhigen”

Weltweit wollen Regierungen Teile ihrer Ölreserven freigeben – auch die Bundesregierung. In Asien lindert das echte Knappheit, in Europa vor allem die Nervosität an den Märkten.

Die Bundesregierung hat entschieden, Teile der Ölreserven freizugeben. Auf einem Knappheitsmarkt senkt jede Freigabe potenziell den Preis. Einen solchen physischen Mangel gibt es derzeit vor allem in Asien. Allein die Debatte der G7 über dieses Instrument hat am Montag den Ölpreis um 20 Dollar gedrückt. Dass eine tatsächliche Freigabe die Märkte beruhigt, ist als gesichert anzunehmen.

Insgesamt diskutiert die IEA, bis zu 400 Millionen Barrel freizugeben. An einem normalen Tag passieren gut 15 Millionen Barrel die Straße von Hormus. In Asien kann die Freigabe eine echte Ölknappheit spürbar abfedern.

Ölmangel vor allem in Asien

In Europa gibt es dagegen keine physische Knappheit – hier sind die Preise das Problem, die vom Ölmangel in Asien nach oben getrieben werden. Im Prinzip haben wir eine Umkehrung der Situation von 2022: Damals war in Europa ein wichtiger Lieferant weggebrochen und die folgenden Notkäufe trieben die Preise weltweit nach oben.

Allerdings ist die Situation der Ölpreise aktuell noch nicht so gravierend: Der Brent-Preis liegt derzeit bei etwa 90 Dollar — in Euro gerechnet nur rund zehn Prozent über dem Vorjahrestag. Zieht sich der Konflikt über Monate, werden wir uns über jedes Fass freuen, das wir nicht zur Preissenkung verbraucht, sondern für die Versorgungssicherheit zurückgehalten haben. Das spricht dafür, das Instrument dosiert einzusetzen.

Signal soll Märkte beruhigen

Freigegeben werden können auch Bestände an Diesel oder Kerosin — also genau die Produkte, deren Preise besonders stark gestiegen sind. Das wichtigste Signal einer Freigabe ist das Bekenntnis dazu, eine Unterversorgung des Weltmarktes zu vermeiden. Dies sollte zur Beruhigung der Märkte beitragen. Preissprünge wie am vergangenen Wochenende ließen sich so vermeiden.

Neben der Reservefreigabe plant die Bundesregierung weitere Eingriffe: Zum einen soll das Kartellrecht geändert werden und nach dem Vorbild Österreichs nur noch eine Preissteigerung pro Tag erlaubt werden. Zudem soll die Preisaufsicht verschärft werden. Beide Maßnahmen werden in der Umsetzung ein paar Tage dauern, ein sofortiger Preiseffekt ist also unwahrscheinlich.

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