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Chinesisches Containerschiff im Hamburger Hafen (© Getty Images)
IW-Nachricht 14. Januar 2026 Jürgen Matthes

Chinas Handelsbilanz auf Rekordwert: Weitere Handelskonflikte drohen

Chinas Außenhandel hat im vergangenen Jahr trotz des Handelskriegs mit den USA einen Rekordüberschuss von 1,2 Billionen US-Dollar erzielt. Doch Peking spielt mit unfairen Mitteln, kommentiert IW-Handelsexperte Jürgen Matthes die Zahlen.

Der weiter steigende chinesische Handelsbilanzüberschuss zeigt deutlich: China stabilisiert seine Wirtschaft auf Kosten des Auslands. In Verbindung mit einem staatskapitalistischen System, das den Wettbewerb massiv verzerrt, ist absehbar, dass sich Chinas Handelspartner das nicht mehr lange gefallen lassen. Weitere Handelskonflikte sind unvermeidbar, ebenso zusätzliche Schutzmaßnahmen gegen subventionierte chinesische Billigimporte.

China wächst auf Kosten seiner Handelspartner

Dennoch ist die wirtschaftliche Lage in China offenbar deutlich angespannter, als es die offiziellen Wachstumszahlen nahelegen. Ohne die starken Exportimpulse wäre die Wirtschafts- und Beschäftigungslage dort spürbar schwächer. Auch wenn der starke Fokus auf den Export angesichts des weiterhin angeschlagenen Immobiliensektors aus chinesischer Sicht nachvollziehbar ist, geht diese Strategie zulasten der Handelspartner. 

China drückt seine Waren mit erheblichen Wettbewerbsverzerrungen auf die Weltmärkte und betreibt damit faktisch eine Beggar-thy-Neighbour-Politik: Indem es Nachfrage aus dem Ausland an sich zieht, stabilisiert es seine eigene Wirtschaft. In vielen Industriestaaten verdrängen chinesische Exporte dabei die heimische Nachfrage und setzen dort Industrieproduktion und Beschäftigung unter Druck. Gleichzeitig stagnieren die chinesischen Importe und liegen auch 2025 noch unter dem Niveau von 2021 und 2022. Kurz gesagt: China importiert Auslandsnachfrage und exportiert Arbeitslosigkeit, auch zu uns. 

China spielt mit unfairen Mitteln

Die Hinweise auf systematische Wettbewerbsverzerrungen sind zahlreich. Studien zeigen, dass China seine Wirtschaft deutlich stärker subventioniert als andere Länder. Davon profitieren nicht nur große Staatsunternehmen, sondern Unternehmen insgesamt – auch ausländische – über indirekte Subventionen bei Kapital, Boden und Arbeit sowie über staatlich verbilligte Vorleistungen wie Rohstoffe, Stahl und Aluminium. Hinzu kommt ein stark unterbewerteter Yuan, der Exporte verbilligt und Importe verteuert. 

Immer mehr Experten fordern auch wegen der neuen Rekorden im Außenhandel, dass China seine Währung deutlich aufwerten lässt. Das würde den Handelsüberschuss wieder etwas schrumpfen lassen und damit auch das Konfliktpotenzial im Welthandel. Da China diesen Weg sehr wahrscheinlich nicht gehen wird, braucht es eine robuste handelspolitische Antwort der EU. Überall da, wo europäische Produktion durch nachweisbare chinesische Wettbewerbsverzerrungen unter Druck kommt, sind Ausgleichszölle angebracht. Das hat nichts mit Protektionismus zu tun, sondern mit der Schaffung eines Level-Playing-Fields. Zudem braucht die EU ein Instrument, um auch gegen Währungsverzerrungen mit Ausgleichszöllen vorzugehen. 
 

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