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Kanzler Merz und Al-Sharaa in Berlin: Viele Syrer sind in Deutschland gut integriert. (© Getty Images/Sean Gallup)
IW-Nachricht 31. März 2026 Fabian Semsarha

Syrische Rückkehr: Vier Fakten über syrische Arbeitskräfte in Deutschland

Was eine großangelegte Rückkehr syrischer Staatsangehöriger für den deutschen Arbeitsmarkt bedeuten würde, zeigen Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer sollen in ihr Heimatland zurückkehren, zitierte Friedrich Merz gestern den „Wunsch“ des syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa. Mehr als ein Jahrzehnt nach der großen Fluchtwelle hätte eine Rückkehr im großen Stil Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt, zeigen IW-Zahlen:

  1. Von den rund 950.000 Syrern in Deutschland waren im August 2025 gut 260.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigt – Tendenz steigend. Rund 80.000 von ihnen arbeiten in Engpassberufen, also in Berufsfeldern, in denen Unternehmen offene Stellen besonders schwer besetzen können. Am stärksten vertreten sind sie in der Kfz-Branche, in Transport und Logistik, im Gastgewerbe sowie im Gesundheitswesen.
     
  2. Etwa die Hälfte der syrischen Beschäftigten ist auf Fachkraftniveau tätig, gut zehn Prozent auf Spezialisten- oder Expertenniveau. Hinzu kommen rund 21.000 Syrerinnen und Syrer, die in Deutschland studieren, und knapp 7.000, die eine Berufsausbildung absolvieren – darunter viele in Engpassberufen wie Zahnmedizin, Sanitär- und Heizungstechnik sowie Bauelektrik. Nicht erfasst sind die gut 250.000 Syrerinnen und Syrer, die zwischen 2015 und 2024 eingebürgert wurden und in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit als Deutsche geführt werden.
     
  3. Das Durchschnittsalter der syrischen Bevölkerung in Deutschland liegt bei etwa 27 Jahren. Rund ein Drittel – 328.400 Personen – ist minderjährig, allein die Null- bis Sechsjährigen machen knapp 120.000 Personen aus. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und eines erwarteten Rückgangs des Arbeitskräftepotenzials ist diese Gruppe ein erhebliches Reservoir für den Arbeitsmarkt.
     
  4. Im Jahr 2024 kamen über reguläre Erwerbszuwanderung lediglich 54.590 Personen aus Drittstaaten außerhalb der EU nach Deutschland – bei Weitem nicht genug, um den Renteneintritt der Babyboomer auszugleichen: Allein in dieser Legislatur gehen 5,1 Millionen Babyboomer in Rente, aber nur zwei Millionen kommen nach. 

Eine pauschale Rückkehrforderung wird der Komplexität der Integration der Syrer nicht gerecht und birgt das Risiko, dass auch Qualifizierte und gut integrierte Personen freiwillig abwandern. Statt die Integration generell infrage zu stellen, sollte die Politik die Interessen Syriens beim Wiederaufbau mit den Bleibewünschen gut integrierter Menschen in Deutschland austarieren.

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