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Zu wenige Frauen arbeiten in MINT-Berufen (© Gettyimages/vm)
IW-Nachricht 1. April 2025 Christina Anger

Girls' Day: Frauen fehlen weiterhin in MINT-Berufen

Frauen sind in MINT-Berufen in der Minderheit: Nur 16,4 Prozent aller Beschäftigten in diesem Bereich sind weiblich, wie eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Besonders niedrig ist der Frauenanteil in MINT-Berufen im Saarland, während er in Berlin am höchsten ist.

Fachkräfte im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) spielen für das Innovationspotenzial der deutschen Wirtschaft eine wichtige Rolle. Das Problem: Bereits heute gibt es eine Fachkräftelücke von 157.700 Beschäftigten in diesen Berufen. Und künftig wird der Bedarf weiter steigen. Der Girls’ Day soll Mädchen und junge Frauen motivieren, männerdominierte technische Berufe zu ergreifen. Doch seit 2012 nimmt die Beschäftigung von Frauen nur leicht zu: Während Ende 2012 rund 875.000 Frauen in MINT-Berufen tätig waren (13,8 Prozent), ist die Zahl bis Juni 2024 auf 1,17 Millionen gestiegen, der Frauenanteil erhöhte sich leicht auf 16,4 Prozent. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede.

Im Saarland ist der Frauenanteil am niedrigsten  

Besonders wenige Frauen arbeiten im Saarland in MINT-Jobs – hier liegt der Anteil bei nur 13,6 Prozent. Auch in Nordrhein-Westfalen (14,4 Prozent) und Rheinland-Pfalz (14,5 Prozent) sind Frauen unterrepräsentiert. Am besten schneidet Berlin mit 22,6 Prozent ab, gefolgt von Hamburg (19,8 Prozent) und Thüringen (18,1 Prozent). Auf Kreisebene gibt es ebenfalls große Unterschiede: Während in Zweibrücken nur 7,2 Prozent der MINT-Kräfte Frauen sind, ist der Anteil in Weilheim-Schongau mit 27,1 Prozent am höchsten. 

Neben regionalen Abweichungen unterscheidet sich der Frauenanteil je nach MINT-Beruf:  Innerhalb der akademischen MINT-Berufe reicht der Frauenanteil von 47,7 Prozent im Bereich „Biologie und Chemie“ bis zu 11,7 Prozent in den Ingenieurberufen der Energie- und Elektrotechnik.

Mehr Berufsorientierung: Schlüssel für mehr Frauen in MINT-Berufen   

„Der Fachkräftemangel im MINT-Bereich wird künftig ein großes Problem. Daher sollten Frauen für die Ausbildung in technischen Berufen stärker begeistert und mehr gefördert werden. Und das möglichst früh – also schon in der Grundschule, denn Mädchen unterschätzen ihre eigenen Fähigkeiten in den MINT-Fächern“, sagt IW-Expertin Christina Anger. Zudem sei mehr Berufsorientierung nötig. „MINT-Berufe sind im Kern Klimaschutzberufe. Ein Thema, für das sich gerade Mädchen und junge Frauen besonders interessieren.“

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