Die Europäische Kommission hat ein Konjunkturpaket in Höhe von 750 Milliarden Euro vorgeschlagen, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern. 400 bis 500 Milliarden Euro sollen als Transfers über den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen von 2021 bis 2027 verteilt werden. Welche Länder wie viele Corona-Hilfen bekommen, wurde noch nicht offiziell verkündet. Im Raum steht, dass bei der Verteilung Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt und die Arbeitslosenquote herangezogen werden.

Neun EU-Länder werden für 2020 überkompensiert

Das IW hat aufgrund von Schätzungen der Europäischen Kommission die wirtschaftlichen Schäden der einzelnen Länder den Transfers gegenübergestellt. Es zeigt sich: Wendet man den voraussichtlichen Verteilungsschlüssel an, erhalten einige Staaten – gemessen am jeweiligen BIP-Rückgang im Jahr 2020 – überproportionale Hilfen. Bulgarien wäre demnach größter Profiteur des Corona-Hilfspakets. Während die Wirtschaft des Landes laut Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr voraussichtlich um rund sieben Prozent einbricht, erhält das Land Transfers in Höhe von 15 Prozent des BIP. Unterm Strich erhält das Land also rund acht Prozentpunkte mehr, als ihm verlorengeht – umgerechnet rund 4,8 Milliarden Euro.