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Im kommenden Jahr müssen Stromkunden noch mehr EEG-Umlage zahlen als bisher. Foto: pedrosala/iStock

Die EEG-Umlage steigt 2017 von derzeit 6,35 Cent auf 6,88 Cent je Kilowattstunde. Das haben die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) bekannt gegeben. Die Förderkosten insgesamt liegen 2017 mit 24,5 Milliarden Euro noch einmal um 1,4 Milliarde höher als in diesem Jahr.

Dass die EEG-Umlage nicht noch stärker gestiegen ist, liegt daran, dass die Netzbetreiber den Puffer zum Ausgleich von Fehlerprognosen von zehn auf sechs Prozent der erwarteten Förderkosten herabsetzen. Dieser Puffer soll die Zusatzkosten auffangen, wenn ein Jahr besonders wind- oder sonnenreich ist und somit besonders viel Ökostrom erzeugt – und damit auch finanziell gefördert – wird. Wäre die EEG-Umlage indes berechnet worden wie bisher, wäre sie auf 7,16 Cent angestiegen. Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt zahlt 2017 also zusätzlich 19 statt 28 Euro für Strom pro Jahr.

Die Übertragungsnetzbetreiber haben den Sicherheitspuffer für Fehlerprognosen im Jahr 2012 eingeführt. In den Jahren zuvor hatten sie die Ausgaben für Erneuerbare Energien immer wieder unterschätzt – teilweise um über 20 Prozent. Die Mehrkosten mussten im Folgejahr ausgeglichen werden, sodass die EEG-Umlage bis 2013 immer noch stärker anstieg als ohnehin schon. Erst in den letzten Jahren haben die Netzbetreiber mehr Geld eingesammelt, als tatsächlich für die erneuerbaren Energien ausgegeben wurde. Das wird dem EEG-Konto auch dieses Jahr gutgeschrieben: Ohne den Ausgleich wäre die EEG-Umlage um etwa 0,6 Cent höher ausgefallen. Mit dem Herabsetzen der Liquiditätsreserve steigt nun das Risiko, dass die Netzbetreiber mit ihrer Schätzung im nächsten Jahr daneben liegen, wieder deutlich an.

Die neuen Rechenregeln täuschen auch nicht darüber hinweg, dass die Förderkosten nun einmal steigen. Das IW Köln schätzt, dass die EEG-Umlage bis 2025 auf über 9 Cent steigen wird. Damit bleibt auch für die hiesige Industrie, deren Unternehmen zu über 90 Prozent voll von der EEG-Umlage betroffen sind, ein Wettbewerbsnachteil. Der Handlungsdruck die Kosten der Förderung weiter zu senken und langfristig die Förderung ganz zurückzufahren ist offenkundig.

Kurzgutachten für die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, die Unternehmerverbände Niedersachen und die Energieintensiven Industrien in Deutschland

Esther Chrischilles: EEG 2017 – Mögliche Entwicklungen der Förderkosten bis 2020 und 2025

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