Die Immobilienwirtschaft stellt Gebäude zum Leben, Wohnen und Arbeiten bereit. Doch das wird in der öffentlichen Wahrnehmung zu wenig gesehen, erklärt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer im „Handelsblatt”.
Immobilienwirtschaft: „Wichtige Dienstleistung für die Gesellschaft”
Herr Voigtländer, wo sehen Sie aktuell das größte ungenutzte Potenzial in der Immobilienbranche - und weshalb wird es Ihrer Ansicht nach noch nicht gehoben?
Aus meiner Sicht hat die Branche immer noch ein Imageproblem. Eigentlich leistet die Immobilienwirtschaft eine wichtige Dienstleistung für die Gesellschaft. Sie stellt Gebäude zum Leben, Wohnen und Arbeiten bereit. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung gilt sie immer noch als besonders gierig. Würde es gelingen, das Bild der Branche zu verbessern, gäbe es wahrscheinlich deutlich weniger Eingriffe in den Markt. Dies würde aber ein gemeinsames und glaubwürdiges Vorgehen aller Akteure voraussetzen.
Was war für Sie persönlich der größte Aha-Moment in Bezug auf den Immobilienmarkt?
In den 2010er-Jahren waren die Finanzierungskonditionen für den Kauf einer Wohnung wahnsinnig günstig - viele Haushalte hätten Wohneigentum kaufen und kräftig den Kredit tilgen können, ohne stärker als Mieter belastet zu sein. Dennoch haben diesen Schritt kaum Haushalte geschafft, weil sie nicht über das entsprechende Eigenkapital verfügen. Dies darf uns als Gesellschaft nicht noch einmal passieren.
Welches zukunftsweisende Projekt hat Sie zuletzt besonders begeistert?
Es ist nicht mehr ganz neu, aber die Seestadt Aspern in Wien finde ich immer noch eindrucksvoll. Ein komplett neues Stadtviertel mit direktem S-Bahn-Anschluss, finanziert mithilfe einer öffentlich-privaten Partnerschaft. An diesem Beispiel sollten sich auch deutsche Großstädte wie Berlin, München oder Köln orientieren.
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