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Adriana Neligan im Industrie Anzeiger Interview 26. August 2022

„Plattformökonomie ist eine riesige Chance für den Leichtbau”

Plattformen bieten die Chance, dreißig Prozent, vierzig Prozent oder noch mehr Masse durch Leichtbau einzusparen. Dass die Unternehmen dafür „digital unterwegs” sein müssen, betont IW-Expertin für Green Economy und Ressourcen Adriana Neligan, doch dazu gebe es ohnehin keine Alternative. Im Interview zusammen mit Dr. Wolfgang Seelinger von Leichtbau BW sprechen sie über Chancen und Risiken.

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Was verstehen Sie unter „Plattformökonomie“?

Plattformen gibts ja schon immer – auch ein Wochenmarkt oder Zeitungsanzeigen sind Plattformen. Aber wir meinen den Akteur, der über das Web zwischen zwei oder mehreren Nutzergruppen eine Interaktion ermöglicht. Dieses Geschehen basiert auf detaillierten und präzisen Daten und macht die Wertschöpfungskette viel transparenter und besser.

Plattformen eröffnen also auch überraschend neue Lösungen?

Das kann gut passieren. Denn über Plattformen fließen sehr viele Informationen, wie Märkte sich weiterentwickeln und angepasst werden können. Plötzlich erfährt ein Unternehmen, welche neuartige Dienstleistung gefragt ist und bietet sie an. Wertschöpfungen entwickeln sich beispielsweise immer mehr vom Produkt hin zur Nutzung und machen Leistungen „as a Service“ lukrativ – und dies vermitteln Plattformen.

Das heißt, Dynamik ist im Spiel – Chance oder Risiko für kleine Unternehmen?

Eine Gefahr können Plattformen für Unternehmen sein, die nicht digital unterwegs sind – weil sie irgendwann dem Preisdruck nicht mehr standhalten können. Plattformen können zum Wettbewerb werden für gewachsene Kunden-Lieferanten-Beziehungen – aber neue Konstellationen sind eben auch eine Chance für KMU. Noch sind nicht allzu viele Vorzeigeunternehmen unterwegs, die virtuell interagieren – aber es gibt sie.

Entsteht so nicht eine Abhängigkeit vom Plattformbetreiber?

Nein, Plattformökonomie basiert ja auf Datenanalyse mit Algorithmen und gehorcht somit den Regeln des Markts. Dazu wird eine Unmenge von Daten ausgewertet, Big Data. Man darf sich B2B-Plattformen nicht wie die im Consumer-Bereich vorstellen, sie sind viel fokussierter. Als Beispiel nenne ich mal den Markt für Sekundärrohstoffe: Wie kommt man an passende Rezyklate mit angemessener Qualität? Da liefert eine Plattform die Grundlage mit entsprechenden Standards und Nachweisen.

Was empfehlen Sie Unternehmen für den Einstieg in Plattformökonomie?

Die Grundvoraussetzung ist, digitalisiert und damit vernetzungsfähig zu sein. Es empfiehlt sich, frühzeitig zu überlegen, welche Vorteile das Unternehmen aus der Digitalisierung ziehen kann und welche Daten es dafür wie erfassen muss: Welche Kennzeichen braucht ein Unternehmen, um sich zu verbessern? Ein erster Vorteil könnte zum Beispiel sein, dass man mit digitalisierten Prozessen ganz schnell auf neue Nachfragen reagieren kann, sei es durch angepasste Produkte oder eine neue Dienstleistung. Eine Plattform ist ja etwas wirklich Großes: eine Steuerzentrale für dynamische Wertschöpfungsnetzwerke. Davon gilt es ein Teil zu werden. Und für diesen Weg gibt‘s auch Beratungsangebote.

Wie können Plattformen zum Klimaschutz beitragen?

Ja klar, je mehr Datenströme, desto höher der Energieverbrauch – und noch gibt es dazu kein verlässliches Datenmaterial. Andererseits werden auch Server effizienter und digitale Plattformen bieten hohe Einspareffekte: Produkte werden leichter, lassen sich länger nutzen, auch mieten und reparieren. Insofern bin ich überzeugt davon, dass die Effekte für das Klima stark überwiegen.

Wie ist Ihre jeweils persönliche Sicht zu Chancen und Risiken?

Wir wollen klimaneutral werden. Und aus meiner Sicht können digitale Plattformen einen Beitrag dazu leisten, dass wir uns dematerialisieren.

Zum Interview auf industrieanzeiger.industrie.de

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