Die Rahmenbedingungen des Außenhandels haben sich deutlich verschärft. Geopolitische Spannungen und handelspolitische Konflikte prägen das globale Umfeld zunehmend.
Resilienz der Berliner Außenwirtschaft
Studie für die IHK Berlin
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die Rahmenbedingungen des Außenhandels haben sich deutlich verschärft. Geopolitische Spannungen und handelspolitische Konflikte prägen das globale Umfeld zunehmend.
Die von IW Consult für die IHK Berlin erstellte Studie untersucht deshalb, wie resilient die Berliner Außenwirtschaft ist und wo ihre Verwundbarkeiten liegen.
Ziel der Studie ist es, Risiken frühzeitig sichtbar zu machen und eine belastbare Grundlage für strategische und politische Entscheidungen zu schaffen. Sie identifiziert Risiken, beschreibt die Struktur des Berliner Außenhandels und zeigt, welche Faktoren seine Resilienz bestimmen.
Im Zentrum steht eine ganzheitliche Analyse der Außenhandelsbeziehungen Berliner Unternehmen, einschließlich indirekter Verflechtungen über andere Regionen Deutschlands. Der zentrale Befund: Berlins Außenhandel ist breit diversifiziert. In den meisten Gütern und Branchen bleiben Abhängigkeiten von einzelnen Ländern begrenzt. Die Einbindung in gesamtdeutsche Wertschöpfungsstrukturen stärkt diese Robustheit zusätzlich, weil sie Konzentrationen abfedert und alternative Beschaffungs- und Absatzwege eröffnet.
Diese gesamtwirtschaftliche Robustheit darf jedoch nicht über betriebliche Risiken hinwegtäuschen. Einzelne Unternehmen können deutlich stärker von bestimmten Herkunfts- oder Zielländern abhängen und entsprechend anfälliger für politische oder wirtschaftliche Schocks sein. Um diese Risiken sichtbar zu machen, braucht es ergänzende Analysen auf Unternehmensebene, etwa durch gezielte Befragungen. Erst dann lassen sich wirtschaftspolitische Unterstützungsmaßnahmen passgenau ausrichten.
Ein weiterer Schwerpunkt sind die politischen und institutionellen Rahmenbedingungen der Handelspartner. Berliner Unternehmen agieren in einem heterogenen Umfeld mit sehr unterschiedlichen Governance-Strukturen. Die Analyse zeigt jedoch keine systematisch kritischen Risiken, sondern ein je nach Markt und Branche differenziertes Bild. Wirtschaftspolitische Begleitmaßnahmen können dennoch sinnvoll sein, um Unternehmen im Umgang mit institutionellen Unsicherheiten zu stärken.
Drei Szenarien verdeutlichen die möglichen Folgen von US-Zöllen oder einer einseitigen Entkopplung Chinas für die Berliner Wirtschaft. In allen Fällen sinkt die Bruttowertschöpfung in einem Ausmaß, wie es Berlin – trotz Finanzkrise und Coronakrise – zuletzt 2003 erlebt hat. Je nach Szenario geht die Zahl der Erwerbstätigen um 6.140 bis 18.550 Personen zurück. Zusätzliche Exporte in die Europäische Union oder in die Mercosur-Staaten können diese Verluste nur teilweise ausgleichen. Besonders betroffen sind einzelne Berliner Branchen, deren Einbußen deutlich über denen der Gesamtwirtschaft liegen. Das unterstreicht den Bedarf an gezielten wirtschaftspolitischen Maßnahmen.
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