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IW-Kurzbericht Nr. 62 16. September 2026 Thorsten Lang Beschäftigung in der Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzindustrie – deutliche Unterschiede

Die Beschäftigung in der Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzindustrie ist räumlich stark konzentriert. Die Branchenbeschäftigung steht insgesamt seit 2019 unter Druck. Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede.

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IW-Kurzbericht 62/2026
IW-Kurzbericht Nr. 62 16. September 2026 Thorsten Lang

Beschäftigung in der Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzindustrie – deutliche Unterschiede

Thorsten Lang Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die Beschäftigung in der Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzindustrie ist räumlich stark konzentriert. Die Branchenbeschäftigung steht insgesamt seit 2019 unter Druck. Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede.

Hintergrund

Die betrachtete Branche entspricht der Wirtschaftszweigklasse WZ 25.50. Sie umfasst die Herstellung von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen, gewalzten Ringen sowie pulvermetallurgischen Erzeugnissen. Kennzeichnend sind industrielle Verfahren der Metallumformung und die Herstellung präziser Metallkomponenten. Die Erzeugnisse werden unter anderem als Zulieferteile in Bereichen mit hoher industrieller Wertschöpfung eingesetzt.

Die Auswertung betrachtet die regionale Beschäftigung, gemessen an der Zahl der Beschäftigten am Wohnort. Dadurch wird sichtbar, wo die Menschen von Veränderungen in der Branche betroffen sind. Damit relevante Veränderungen in der Entwicklung ausgewiesen werden, muss sich die Beschäftigtenzahl in einer Region um mindestens 20 Personen verändert haben.

Räumliche Schwerpunkte der Branche

Die Branche weist regionale Schwerpunkte auf. Ob sie in einem Kreis eine überdurchschnittliche Bedeutung hat, zeigt sich daran, ob der Kreisanteil an der deutschlandweiten Branchenbeschäftigung deutlich höher ausfällt als der Kreisanteil an der Gesamtbeschäftigung.

Kreise mit einem hohen Beschäftigungsanteil – mindestens 25 Prozent über dem Anteil an der Gesamtbeschäftigung – finden sich vor allem in Baden-Württemberg und Bayern. In Baden-Württemberg weisen 21 Kreise (48 Prozent aller Kreise im Land) eine hohe Ausprägung auf, in Bayern 19 (20 Prozent aller Kreise). Weitere regionale Schwerpunkte liegen in Nordrhein-Westfalen (13, 25 Prozent), Thüringen (12, 55 Prozent), Rheinland-Pfalz (11, 31 Prozent), Sachsen-Anhalt (4, 29 Prozent) und dem Saarland (5, 83 Prozent). In Niedersachsen, Hessen, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind einzelne Kreise besonders stark ausgeprägt.

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Große regionale Unterschiede bei der Beschäftigungsentwicklung

Zwischen September 2019 und September 2025 ist die Zahl der Beschäftigten in der Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzindustrie deutschlandweit um 15,4 Prozent (9.700 Beschäftigte) gesunken.

Allerdings bestehen große regionale Unterschiede (siehe Karte): In 82 Prozent der Kreise mit bedeutender Veränderung ist die Beschäftigtenzahl zurückgegangen, während sie in 18 Prozent gestiegen ist.

In Nordrhein-Westfalen ist die Branchenbeschäftigung in 25 Kreisen gesunken, in Baden-Württemberg und Bayern jeweils in 22 Kreisen, in Rheinland-Pfalz in 7 Kreisen sowie in weiteren 26 Kreisen in den übrigen Ländern. Ein Wachstum zeigt sich in 4 Kreisen in Baden-Württemberg, in 3 Kreisen in Niedersachsen, jeweils in 2 Kreisen in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in drei weiteren Ländern jeweils in einem Kreis.

Fazit

Die Beschäftigung in der Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzindustrie ist bundesweit deutlich zurückgegangen und steht damit unter Druck. Damit kann sich die Branche nicht der allgemeinen industriellen Krise entziehen. Zugleich zeigen sich regionale Unterschiede. In 22 Kreisen ist die Beschäftigtenzahl gestiegen. Dies kann auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein: Die Branche setzt sich vor Ort unterschiedlich aus ihren Teilbereichen zusammen, wobei sich die Marktentwicklung und das Umfeld in den Teilbereichen unterscheiden können. Eine weitere Ursache kann in der besseren Nutzung von Marktchancen durch einzelne Unternehmen liegen, sodass sie sich vom Branchentrend absetzen konnten.

DOI: 10.67087/19.21568

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Beschäftigung in der Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzindustrie – deutliche Unterschiede

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