Die Zahlen zum Infektionsgeschehen machen derzeit Hoffnung, dass die Lockerungen keinen weiteren Shutdown der Wirtschaft erfordern. Doch immer offensichtlicher wird, welchen wirtschaftlichen Schaden die Corona-Pandemie angerichtet hat. Nach Schätzungen des IW (2020) wird das reale Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um 9 Prozent sinken, die Arbeitslosenquote um 1,5 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent steigen. Sollte es keine zweite Welle und damit keine weitere Beeinträchtigung von Produktions- und Dienstleistungssektoren geben, würde ab dem 2. Halbjahr eine Erholung einsetzen – vor dem 3. Quartal 2021 würde das Vorkrisenniveau aber nicht erreicht werden.

Ein solch massiver Konjunktureinbruch kann auch am Immobilienmarkt nicht vorbeigehen. Dennoch ist es überraschend, wie stark der Stimmungseinbruch im Immobilienmarkt ist, da einige Segmente wie etwa der Wohnungsmarkt als relativ resilient angesehen werden (Oberst/Voigtländer, 2020). Bei der aktuellen Befragungswelle des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (Zeitraum: 22. Mai bis 15. Juni 2020) beurteilen die Unternehmen über alle Segmente hinweg ihre Lage nur noch mit einem Wert von 30,2, das entspricht einem Minus von 47,8 Punkten gegenüber dem Vorquartal und über 40 Punkte niedriger als der bisherige Tiefstand im 2. Quartal 2019 (siehe Abbildung). Auch der Erwartungswert liegt mit 4,3 sehr schlecht. Dies bedeutet zwar, dass – ausgehend von ihrer aktuellen Lage – insgesamt etwas mehr Unternehmen eher eine Verbesserung als eine Verschlechterung der Lage in den nächsten 12 Monaten erwarten, aber angesichts der als schlecht bewerteten Ausgangslage reicht dies nicht für Optimismus. Insgesamt erreicht das Immobilienklima, das Lage und Erwartungen zusammenfasst, nur noch einen Wert von 16,9.