Digitalisierung ist ein Megatrend, der aber durchaus nicht nur positiv wahrgenommen wird. Gerade in der Gesellschaft tritt oftmals auch Skepsis auf, die zum Beispiel im Bereich der Kommunikation im privaten Umfeld auftritt (Initiative D21, 2020, 33). Soziale Medien oder Messenger-Dienste können hier neue digitale Wege zur Kommunikation schaffen und sie generell erleichtern. Jedoch besteht auch die Befürchtung, dass die Digitalisierung zu einer Abnahme an Zwischenmenschlichkeit führt, wenn physische Treffen zunehmend an Bedeutung verlieren.

Im Bildungswesen werden die Veränderungen durch die Digitalisierung dafür positiver erwartet (Initiative D21, 2020, 33). Hier überwiegen die Vorteile der neu entstehenden Möglichkeiten für die nutzenden Personen wie zum Beispiel Schülerinnen und Schüler oder Lehrkräfte. Grundsätzlich gilt: Natürlich muss die Digitalisierung nicht uneingeschränkt positiv bewertet werden, weil sie es auch nicht ist. Wichtiger ist, dass Potenziale überhaupt wahrgenommen werden und Wirtschaft und Gesellschaft sich an der digitalen Transformation beteiligen und sie mitgestalten.

Chancenwahrnehmung aus Schülersicht

Dabei zeigen Ergebnisse einer neuen Befragung auf, dass Jugendliche durchaus die Chancen der Digitalisierung sehen. In der Abschlussbefragung des Schülerfirmen-Programms JUNIOR zwischen Juni und August 2020 wurden insgesamt 1.192 Schülerinnen und 971 Schüler im Alter von 14 bis 21 Jahren nach ihrer Einschätzung zur Bedeutung von Digitalisierung für ihre persönliche Zukunft befragt (JUNIOR, 2020). Die Bewertung erfolgte entlang der Skala 0 (Digitalisierung ist ausschließlich Risiko) bis 100 (Digitalisierung ist ausschließlich Chance). Das Ergebnis: 74 Prozent der befragten Jugendlichen nehmen die Digitalisierung eher als Chance für ihre persönliche Zukunft wahr (Werte zwischen 60 und 100). Lediglich 6 Prozent empfinden sie eher als Risiko (Werte zwischen 0 bis 40). 20 Prozent sehen sowohl Chancen als auch Risiken in der Digitalisierung (Werte zwischen 40 bis 60).

Die männlichen Schüler sind dabei optimistischer. 80 Prozent von ihnen nehmen die Digitalisierung als Chance wahr. Zum Vergleich: Bei den Schülerinnen sind es nur 70 Prozent. Einer der Gründe für diesen Geschlechterunterschied kann darin bestehen, dass einer anderen Befragung zufolge Mädchen sich weniger oft vorstellen können, ein Start-up zu gründen, und auch eine niedrigere Selbsteinschätzung hinsichtlich Kreativität und Flexibilität aufweisen als Jungen (Engels, 2020). Diese kritischere Selbsteinschätzung und die vorsichtigere Bewertung der Digitalisierung passen zusammen.