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Gutachten 19. September 2025 Cornelius Bähr / Marco Trenz / Benita Zink Industrielle Standortqualität im internationalen Vergleich

Bayern belegt im internationalen Vergleich der industriellen Standortqualität aktuell Rang 9 im Vergleich mit seinen 45 wichtigsten Wettbewerbsländern. Der Freistaat platziert sich damit vor Deutschland insgesamt (Rang 13).

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Industrielle Standortqualität im internationalen Vergleich
Gutachten 19. September 2025 Cornelius Bähr / Marco Trenz / Benita Zink

Industrielle Standortqualität im internationalen Vergleich

Gutachten für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw)

Cornelius Bähr / Marco Trenz / Benita Zink Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Bayern belegt im internationalen Vergleich der industriellen Standortqualität aktuell Rang 9 im Vergleich mit seinen 45 wichtigsten Wettbewerbsländern. Der Freistaat platziert sich damit vor Deutschland insgesamt (Rang 13).

Besser schneiden der Spitzenreiter Schweiz, einige nordische Länder oder wichtige Wettbewerber wie Kanada oder die USA ab. Andere wichtige Wettbewerber Bayerns wie Japan, Südkorea oder China liegen im Vergleich des Niveaus der Standortqualität deutlich hinter Bayern zurück.

Der Dynamikvergleich, der die Entwicklung der Standortqualität seit dem Jahr 2015 in den Blick nimmt, offenbart einerseits deutliche Aufholeffekte der Schwellenländer. Sie dominieren die Top 10 des Dynamik-Rankings. Andererseits wird deutlich, dass Deutschland und Bayern – gemeinsam mit vielen Industrieländern – dieser Entwicklung in den letzten Jahren wenig entgegenzusetzen hatten. Rang 44 (Bayern) und Rang 41 (Deutschland) zeigen, dass die Qualität der Standortbedingungen in den Wettbewerbsländern in der Breite deutlich schneller zunahm und der Vorsprung Bayerns schrumpft.

Rund ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung wird in Bayern von der Industrie erbracht. Die Bedeutung der Industrie ist in Bayern damit deutlich höher als im globalen Durchschnitt oder in Deutschland. Gute Standortbedingungen im internationalen Wettbewerb für die Industrie sind deshalb für den Wohlstand in Bayern besonders wichtig. 

Zu den ausgewiesenen Stärken Bayerns im Niveau-Ranking – also der Bewertung des Stands am aktuellen Rand – zählen weiterhin die guten Bedingungen im Themenbereich Markt (Rang 1) – zum Beispiel gut vernetzte Unternehmen mit einem breiten Produktportfolio – sowie eine hohe Wissensorientierung (Rang 3). Im internationalen Vergleich ist auch der Themenbereich Staat (Rang 11) eine Stärke, auch wenn bürokratische Hürden teilweise höher sind als im Ausland. Überdurchschnittliche Ergebnisse zeigen sich auch in den Bereichen Ressourcen (Rang 11) und Infrastruktur (Rang 16). Der Bereich Kosten ist allerdings die deutliche Schwachstelle. Bayern landet hier auf dem drittletzten Platz.

Markt (Rang 26) und Wissen (Rang 29) sind auch die beiden Themenbereiche mit den besten Bewertungen im Dynamik-Ranking. Bei den Themen Staat (Rang 33), Ressourcen (Rang 37) und Infrastruktur (Rang 39) liegt Bayern schon im hinteren Drittel. Die ausgeprägte Schwäche bei den Kosten zeigt sich nicht nur im Niveau. Auch in der Entwicklung liegt Bayern hierbei praktisch am Ende der Skala (Rang 43 von 46).

Die im Vergleich zu den Ergebnissen früherer Jahre schlechteren Platzierungen im Ranking sind zum Teil auch methodischen Anpassungen geschuldet. Einerseits erhalten die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit ein höheres Gewicht, weil als Basisjahr des Vergleichs 2015 statt 2005 gewählt wurde. Andererseits betont die umfragegestützte Veränderung der Gewichtung die besondere Schwäche des bayerischen und deutschen Standorts – die Kosten – stärker als in den Vorjahresberichten. Die höhere Gewichtung reflektiert die größere Brisanz des Themas für die Unternehmen. 

Für den Erfolg der Industrie in Bayern und Deutschland ist die Stärkung und Weiterentwicklung der Standortfaktoren eine wichtige Grundlage. Dazu zählt, dass gute staatliche Rahmenbedingungen nicht mit einem kontinuierlichen Aufwuchs der Bürokratie erkauft werden dürfen. Auch bestehende Strukturen sollten regelmäßig hinterfragt werden. Bei den Themen Infrastruktur und Innovation gilt es, durch gezielte Investitionen dem zunehmenden internationalen Wettbewerb zu begegnen. Die Verbesserung der Kostenstruktur bleibt eine ständige Herausforderung.

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Gutachten 19. September 2025 Cornelius Bähr / Marco Trenz / Benita Zink

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Gutachten für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw)

Cornelius Bähr / Marco Trenz / Benita Zink Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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