Militärische Unterstützung gegen Rohstoffe: Die USA und die Ukraine haben offenbar ein Rohstoffabkommen ausgehandelt, noch an diesem Freitag soll es unterzeichnet werden. Der Deal bietet Trump die Gelegenheit, in der Rohstoffversorgung unabhängiger vom Konkurrenten China zu werden.
Rohstoffabkommen: Warum die USA ukrainische Bodenschätze wollen
Dass die USA Interesse an Rohstoffen haben, kommt nicht von ungefähr. Seltene Erden, Titan, Mangan, Graphit, Lithium und Co. werden vielfältig eingesetzt: Die Rohstoffe stecken etwa in Windkraftanlagen, Panzern, Elektroautos, Smartphones oder Elektrolyseuren. Die USA haben zwar viele dieser Rohstoffe im eigenen Boden, doch reichen diese Mengen oft nicht aus, um die eigene Nachfrage der Unternehmen zu bedienen. Zudem ist der Abbau der Stoffe teuer und im Zweifel umweltschädlich – der Import damit umso wichtiger für die USA.
Abhängigkeit von China reduzieren
Beispiel Titan: Das Metall ist sehr hart, vergleichsweise leicht und widerstandfähig; es eignet sich daher gut für die Verwendung in der Luft- und Raumfahrt oder für Militärfahrzeuge. 2022, dem Jahr des Kriegsbeginns, förderte die Ukraine rund 500.000 Tonnen Rohstoffe für die Titanproduktion, im gleichen Jahr kamen die USA nur auf 300.000 Tonnen. Zum Vergleich: Die Volksrepublik China, die große Wettbewerberin der USA, förderte über sechs Millionen Tonnen dieser Rohstoffe. Auch bei Mangan, das unter anderem in der Stahlherstellung eingesetzt wird, hat China die Nase vorn: 2022 förderte das Land fünf Millionen Tonnen, die USA wiederum haben den Rohstoff gar nicht abgebaut. Die Ukraine aber holte im gleichen Jahr 900.000 Tonnen aus dem Boden. Zugleich sind die USA stark abhängig von den Seltenen Erden aus China, rund 70 Prozent der US-Importe kamen zuletzt aus der Volksrepublik. Das Abkommen mit der Ukraine würde die US-Unternehmen mit Rohstoffen versorgen und so die Abhängigkeiten gegenüber den Konkurrenten aus Fernost reduzieren.
Vorkommen und Lager in Kriegsgebieten
Offen bleibt, wie das Abkommen im Detail aussieht. Außerdem ist unsicher, welchen Zugriff die USA und die Ukraine nach einem möglichen Friedensschluss auf die Rohstoffe haben. So befinden sich einige der Lagerstätten in den umkämpften und von Russland besetzten Gebieten. Letztlich bleibt zu hoffen, dass die USA durch das Abkommen ihr geopolitisches Interesse an einer starken und erfolgreichen Ukraine wiederfinden.
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