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Etwa 100 Teilnehmer kamen für das Seminar „Bodenpolitik und bezahlbares Wohnen“ zusammen, darunter Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger und Praxisvertreter aus ganz Europa. (© Christian Oberst)
Aus dem IW 9. April 2026 Christian Oberst

Bodenpolitik und bezahlbares Wohnen: Workshop im Brüsseler IW-Büro

Neue Ansätze aus ganz Europa, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen: Darum ging es am 27.März bei einem gemeinsamen Workshop des IW und der EU-Housing-Taskforce der Europäischen Kommission in Brüssel.

Etwa 100 Teilnehmer nahmen vor Ort oder digital am Seminar „Bodenpolitik und bezahlbares Wohnen“ teil, darunter Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger und Praxisvertreter aus ganz Europa.    

Zum Auftakt gab Lucía Caudet, stellvertretende Leiterin der Housing Task Force der Europäischen Kommission einen Überblick über den Affordable Housing Plan. Das ist ein Maßnahmenpaket der EU, welches darauf abzielt, die Wohnungsnot in Europa durch mehr Neubau, gezielte Investitionen und strukturelle Reformen zu bekämpfen.  

Anschließend hielt IW-Immobilienökonom Christian Oberst einen Vortrag zum Thema „Bodenpolitik für bezahlbaren Wohnraum aus einer ökonomischen Perspektive“ und leitete zentrale Ansatzpunkte für politische Instrumente ab, darunter Argumente für eine Bodenwertsteuer, und die notwendige Internalisierung von Planungswertgewinnen. Darüber hinaus ging er auch auf die konzeptbasierte Bodenvergabe und handelbare Flächenausweisungsrechte ein. Zudem betonte er die Bedeutung kommunaler Selbstverwaltung und das Subsidiaritätsprinzip.  

Praxisorientierte Einblicke in unterschiedlichen europäischen Regionen  

Jenna Reinette stellte politische Ansätze aus Paris vor. Geert de Pauw aus Brüssel präsentierte das Konzept der Community Land Trusts. Christiane Malina gab Einblicke in die lokale Planungspraxis in Limburg und Phelim O’Neill erläuterte die Rolle der Land Development Agency in Irland.  

 Die Beiträge zeigten unterschiedliche Ansätze und gemeinsame Herausforderungen wie zum Beispiel begrenzte Verfügbarkeit öffentlicher Flächen und knappe finanzielle Mittel. Es wurde diskutiert, wie viel bezahlbarer Wohnraum (und wo) realisierbar ist, wie ein fairer Wettbewerb von Projektentwicklern sichergestellt werden und wie man politische Unterstützung und die Wahrung lokaler Handlungsspielräume gewinnen kann. Der Workshop vertiefte die Diskussion in Breakout-Sessions, die Kolleginnen der Housing Task Force und IW-Immobilienexperte Pekka Sagner moderierten.  

 Das IW dankt den Kolleginnen und Kollegen der EU-Taskforce für den konstruktiven Austausch.  

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