Der demografische Wandel setzt den Arbeitsmarkt unter Druck. Beim Brown Bag Seminar des IW erläuterte WZB-Präsidentin Nicola Fuchs-Schündeln, wie Deutschland Arbeitskräftepotenziale besser nutzen und Produktivitätsfortschritte durch KI erzielen kann.
WZB-Präsidentin Nicola Fuchs-Schündeln über die Zukunft des Arbeitsmarkts
Bis 2035 könnte die Zahl der Menschen im Erwerbsalter um rund zehn Prozent sinken. Gleichzeitig verändern neue Technologien die Arbeitswelt grundlegend. Vor diesem Hintergrund sprach Nicola Fuchs-Schündeln, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und Professorin an der Goethe-Universität Frankfurt, über die Folgen des demografischen Wandels für den Arbeitsmarkt und mögliche Wege zu mehr Wachstum und Dynamik.
Der Arbeitsmarkt stehe vor tiefgreifenden Veränderungen, machte Fuchs-Schündeln deutlich. Umso wichtiger sei es, vorhandene Potenziale besser zu nutzen. Dazu zählen unter anderem ältere Beschäftigte, qualifizierte Zuwanderung und die Erwerbsbeteiligung von Frauen. Fuchs-Schündeln verwies darauf, dass Deutschland hier noch erhebliche Spielräume habe. Würden Frauen hierzulande so viel arbeiten wie in Schweden, entspräche das rund 2,5 Millionen zusätzlichen Vollzeitäquivalenten. Dafür seien jedoch entsprechende Rahmenbedingungen entscheidend – etwa in der Kinderbetreuung, bei Arbeitsanreizen und der Besteuerung von Ehepaaren.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die Rolle neuer Technologien. Während die USA beim Einsatz von KI am Arbeitsplatz derzeit vorne liegen, könne KI auch in Deutschland Produktivität und Wachstum steigern. Entscheidend seien Weiterbildung, Offenheit für neue Technologien und Anreize für Beschäftigte, diese tatsächlich zu nutzen.
Vielen Dank an Nicola Fuchs-Schündeln für die Einblicke und die Diskussion.
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