Verwaltung besser verstehen, darum ging es beim sechsten IW-Wissenschaftspreis Bürokratie, der am 3. Dezember im Institut der deutschen Wirtschaft verliehen wurde.
Wie Verwaltung wirklich funktioniert: IW vergibt den sechsten Wissenschaftspreis Bürokratie
In diesem Jahr erhielt Dr. Anna R. Louban von der Universität Konstanz die Auszeichnung. Sie hat den Alltag in Migrationsbehörden aus nächster Nähe untersucht und zeigt, wie Gesetze, Routinen und Menschen zusammenwirken.
Hüther: Bürokratie wird zum Standortthema
In seiner Eröffnungsrede warnte IW-Direktor Michael Hüther, dass bürokratische Hürden die Wirtschaft zunehmend belasten. Lange Verfahren und komplexe Vorgaben belasten zunehmend den Standort. „Ein schlechtes Gesetz wird durch Bearbeitung kein gutes Gesetz“, so Hüther. Er plädierte dafür, Regeln zu vereinfachen und Prozesse konsequent zu überprüfen.
Hellwig: Verwaltung folgt nicht nur Paragrafen
In seiner Laudatio lobte Prof. Dr. Martin Hellwig den ethnologischen Blick der Preisträgerin. Verwaltung folge nicht nur Gesetzen, sagte er, sondern auch eingespielten Abläufen und informellen Regeln. Loubans Forschung mache sichtbar, wie diese Routinen Entscheidungen prägen – und warum Verwaltung in der Praxis oft anders funktioniert als auf dem Papier.
Louban: Was der Behördenalltag mit Menschen macht
Für ihre Dissertation hat Louban über 16 Monate in Berliner Ausländer- und Einbürgerungsbehörden mitgearbeitet und beobachtet. Sie beschreibt, wie Mitarbeiter und Antragsteller mit Regeln umgehen, welche Hürden auftreten und wie pragmatische Lösungen entstehen.
„Wir alle kennen Abläufe, die uns verwundert oder überfordert zurücklassen“, sagte sie bei der Preisverleihung. Ihr Wunsch sei, dass ihre Erkenntnisse dort helfen, wo Menschen und Verwaltung direkt aufeinandertreffen.
Scheller: Verwaltung kann sich verändern
Festredner Kay Scheller, Präsident des Bundesrechnungshofs, zeigte, dass Reformen möglich sind. Sein Haus hat interne Vorgaben gestrichen und Abläufe digitalisiert. Das habe die Arbeit spürbar beschleunigt. „Probleme von heute löst Deutschland nicht mit Strukturen und Regeln von gestern“, betonte Scheller.
Der Wissenschaftspreis Bürokratie ist mit 5.000 Euro dotiert und wurde von Prof. Dr. Fritz Hellwig, Gründungsdirektor des IW, gestiftet. Er würdigt Forschungsarbeiten, die Verwaltung verständlicher machen und Verbesserungspotenzial aufzeigen.
Verbände zu Gast: Assistentinnen tagten in Köln
Die Assistentinnen der Verbände kommen einmal im Jahr an wechselnden Orten zum Austausch zusammen. In diesem Jahr fand das Treffen in Köln statt. Ein Schwerpunkt: Künstliche Intelligenz.
IW
Verabschiedung von IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt
Hubertus Bardt hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) über 26 Jahre mitgeprägt, zwölf davon in der Geschäftsführung. Zum 1. August ist er aus dieser Funktion ausgeschieden. Bei der Verabschiedung würdigte IW-Direktor Michael Hüther das langjährige Engagement.
IW






