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(© Vera Drewke/ Gesellschaft für Unternehmensgeschichte)
Aus dem IW 12. Juni 2026

50 Jahre Gesellschaft für Unternehmensgeschichte: Business History Matters

Die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte wurde vor 50 Jahren als Spin-off des IW gegründet. Zum Jubiläum kamen Historiker und Unternehmen nun zu einem interdisziplinären Dialog am IW zusammen.

Vor 50 Jahren entstand in Köln eine Institution, deren Gründungsidee heute aktueller erscheint denn je: die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (GUG), die 1976 auf Initiative des Instituts der deutschen Wirtschaft ins Leben gerufen wurde. Was damals als innovatives Projekt begann, hat sich zu einer festen Größe der privat finanzierten deutschen Forschungslandschaft entwickelt. Anlässlich ihres Jubiläums kehrte die GUG zu ihren Wurzeln zurück: Unter dem Titel „Business History Matters“ kamen im Institut der deutschen Wirtschaft Historiker und Ökonomen zu einem interdisziplinären Dialog zusammen. In drei Themenblöcken – Geopolitik, Rechtsextremismus und Klimawandel – diskutierten jeweils ein Historiker und ein Ökonom die Herausforderungen unserer Zeit. 

Die Diskussionen machten deutlich, wie aktuell die Unternehmensgeschichte heute ist. Historische Forschung hilft, Entwicklungen einzuordnen, langfristige Zusammenhänge sichtbar zu machen und die Entstehung wirtschaftlicher Strukturen zu verstehen. Sie erklärt, warum sich die deutsche Unternehmenslandschaft so entwickelt hat, wie wir sie heute kennen, und zeigt, wie Unternehmen in vergangenen Krisen und Umbrüchen gehandelt haben. Damit liefert sie wichtige Anknüpfungspunkte für die ökonomische Analyse gegenwärtiger Herausforderungen.

Zugleich wurde deutlich, dass Unternehmen stets mehr waren als reine Wirtschaftseinheiten. Sie sind Akteure im öffentlichen Raum, deren Handeln Auswirkungen auf Wohlstand, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt hat. Oder, wie Michael Hüther es treffend beschrieb: Sie sind „Wertschöpfungsagenten im gesellschaftlichen Auftrag“. 

Die historische Perspektive erlaubt es, Verantwortung und Handlungsspielräume von Unternehmen über längere Zeiträume hinweg zu betrachten – sei es im Umgang mit geopolitischen Konflikten, bei der Verteidigung demokratischer Werte oder im Spannungsfeld von Wachstum und Nachhaltigkeit. Der Blick zurück hilft dabei nicht nur, Fehlentwicklungen und Erfolge besser zu verstehen, sondern auch die Besonderheiten der Gegenwart zu erkennen.

So wurde bei der Jubiläumstagung sichtbar, was die GUG seit ihrer Gründung auszeichnet: die Überzeugung, dass Unternehmensgeschichte weit mehr ist als die Geschichte einzelner Unternehmen. Sie verbindet historische Erfahrung mit aktuellen Fragen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen. Oder, wie es das Motto der Tagung formulierte: Business History Matters. Heute vielleicht mehr denn je.

Zum Hintergrund: 

Am 10. Juni 1976 wurde die GUG auf Initiative des Instituts der deutschen Wirtschaft ins Leben gerufen. Dabei stand die Überzeugung im Mittelpunkt, dass sich Entwicklungen der Wirtschaft und Unternehmen nur verstehen lassen, wenn man ihre historischen Wurzeln kennt. In einer Zeit intensiver Debatten über die Rolle von Unternehmen, Markt und Gesellschaft in den 1970er Jahren sollte die GUG die Unternehmensgeschichte als wissenschaftliches Forschungsfeld stärken und zugleich den Dialog zwischen Geschichtswissenschaft und Wirtschaft fördern. Was damals als innovatives Projekt begann, hat sich zu einer festen Größe der privat finanzierten deutschen Forschungslandschaft entwickelt. 

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