2025 hat die Europäische Kommission die ersten „Omnibus“-Pakete zur Reduzierung von Bürokratie und Berichtspflichten auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der EU bis 2029 zu stärken und übermäßige Regulierung gemäß dem Draghi-Bericht abzubauen, der regulatorische Komplexität als wesentliches Innovationshemmnis identifizierte.
Expertengespräch: Bürokratieabbau in der EU – Anspruch und Wirklichkeit
German Economic Institute (IW)
2025 hat die Europäische Kommission die ersten „Omnibus“-Pakete zur Reduzierung von Bürokratie und Berichtspflichten auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der EU bis 2029 zu stärken und übermäßige Regulierung gemäß dem Draghi-Bericht abzubauen, der regulatorische Komplexität als wesentliches Innovationshemmnis identifizierte.
Vorgesehen ist eine Senkung der Berichts- und Nachweispflichten um mindestens 25 % für Unternehmen und 35 % für KMU, was laut Kommission jährliche Entlastungen von über 8,6 Mrd. Euro bringen soll. Der Fokus liegt vor allem auf europäischen Vorgaben; Pflichten der Mitgliedstaaten sowie untergeordneter Ebenen bleiben teilweise unberührt.
Aus deutscher Sicht zeigt sich der Handlungsdruck: Laut IW-Beschäftigtenbefragung 2025 verbringen viele Beschäftigten rund einen Arbeitstag pro Woche mit Dokumentationspflichten; Führungskräfte im Schnitt noch mehr. Bei einem Drittel ist der Aufwand zuletzt gestiegen; zwischen 2022 und 2025 wurden rund 325.000 zusätzliche Stellen zur Bewältigung regulatorischer Anforderungen geschaffen. Berichtspflichten können Schwachstellen aufdecken und Transparenz fördern, in der Praxis überwiegt jedoch der Dokumentationsaufwand, während der messbare Nutzen begrenzt bleibt.
Offen bleibt, ob pauschale Reduktionsziele ausreichen, um die Regulierungsdichte nachhaltig zu senken. Wie lässt sich Bürokratie auf den verschiedenen Ebenen konsequent abbauen, ohne dass zusätzliche nationale Pflichten die Entlastung wieder aufheben? Wo liegt die Balance zwischen Regulierungszielen und Wettbewerbsfähigkeit und wie lässt sich der Aufwand von Berichtspflichten reduzieren, ohne Transparenz und Verbesserungspotenzial zu verlieren?
Programm
13:30 Uhr Registrierung und Mittagsimbiss
14:00 Uhr Begrüßung:
Markus FERBER, MdEP, Koordinator der EVP-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft im Europäischen Parlament; Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung e.V.
Keynote
Dr. Klaus-Heiner RÖHL, Senior Economist für Mittelstandspolitik und Regionalpolitik, Institut der deutschen Wirtschaft
„Bürokratielasten aus Sicht der deutschen Wirtschaft – Neueste Befragungsergebnisse und Handlungsempfehlungen“
14:25 Uhr Statements und Podiumsdiskussion:
- Dr. Klaus-Heiner RÖHL, Senior Economist für Mittelstandspolitik und Regionalpolitik, Institut der deutschen Wirtschaft
- Dr. Alexander HEMPFING, Politikanalyst – Digitales, Technologie und Innovation, Europäische Kommission, GD IDEA (Inspire, Debate, Engage and Accelerate Action)
- Markus FERBER, MdEP, Koordinator der EVP-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft im Europäischen Parlament; Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung e.V.
Moderation:
Alexander RADUNZ, Vertretung Brüssel, Institut der deutschen Wirtschaft
15:30 Uhr Ende der Veranstaltung
Konferenzsprache: Deutsch
Wir würden uns sehr freuen, Sie unter unseren Gästen begrüßen zu dürfen. Bitte bestätigen Sie Ihre Teilnahme bis Montag, den 4. Mai, unter diesem Link
Panel Discussion: Services in Global Trade: Europe’s Hidden Strength?
Services have become a central pillar of international trade and economic competitiveness. While policy debates often focus on goods trade and industrial competition, services account for a substantial share of global economic exchange.
IW
high-level trade event: EU-Mercosur FTA – What comes next?
The German Economic Institute (IW), the German Institute for International and Security Affairs and the Fundação Getulio Vargas (FGV) Europe invite you to a high-level trade event: “EU-Mercosur FTA – What comes next? Legal, economic, and geopolitical implications for business and policy”.
IW