Der deutsche Wohnungsmarkt entwickelt sich sehr unterschiedlich. Während die Nachfrage in einigen Städten aufgrund von Zuwanderung aus dem In- und Ausland stark steigt, schrumpfen andere Regionen zum Teil deutlich. Auf Basis der demografischen Entwicklung und des notwendigen Ersatzbedarfs, der sich aus dem natürlichen Abgang im Wohnungsmarkt ergibt, wurde in dieser Studie der Baubedarf für Deutschland und die einzelnen Kreise ermittelt. Insgesamt müssen in Deutschland im Zeitraum 2015 bis 2020 jährlich etwa 266.000 Wohnungen gebaut werden, die aktuelle Bautätigkeit liegt mit etwa 245.000 Wohnungen noch darunter. Im langfristigen Mittel bis 2030 werden jährlich 237.000 Wohnungen benötigt. Entscheidender ist jedoch, dass die Verteilung der Bautätigkeit vielerorts nicht den Bedarfen entspricht. Während in den Großstädten wie Berlin, Hamburg und München die Bautätigkeit deutlich unter den Bedarfen liegt, wird in einigen Kreisen schon jetzt zu viel gebaut. Diese Diskrepanz zwischen Bautätigkeit und Baubedarf erfordert eine größere wirtschaftspolitische Beachtung. Während in den Großstädten mehr Bauflächen bereitgestellt und bestehende Restriktionen überdacht werden müssen, gilt es in den schrumpfenden Kreisen die Wohnungsnachfrage nach innen zu lenken und eine Zersiedelung durch neue Baugebiete zu vermeiden. Hilfreich könnte darüber hinaus eine bessere Vernetzung der Regionen sein, um eine Separierung von Wohn- und Arbeitsstandort leichter zu ermöglichen.

IW policy paper

Ralph Henger / Michael Schier / Michael Voigtländer: Der künftige Bedarf an Wohnungen – Eine Analyse für Deutschland und alle 402 Kreise

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Michael Voigtländer auf 3sat
Interview, 10. Februar 2016

Michael Voigtländer auf 3sat "Es fehlt an Bauflächen"Arrow

Wohnungen gibt es. Aber nicht dort, wo die Leute leben wollen: in den Städten. IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer spricht im Interview mit dem 3sat-Wirtschaftsmagazin makro über ein Übel, das jeder kennt. mehr

Grunderwerbssteuer hemmt Neubau
Pressemitteilung, Nr. 2 vom 20. Januar 2016

Immobilienmarkt Grunderwerbssteuer hemmt NeubauArrow

Mehr als die Hälfte der reinen Ländersteuern entfiel 2014 auf die Grunderwerbssteuer – seit 2007 drehen die Bundesländer immer weiter an dieser Steuerschraube. Damit geht nun eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hart ins Gericht: Die Steuer verhindert dringend benötigte Neubauten, führt zu unnötig hohen finanziellen Belastungen der Bürger und verzerrt den Markt. mehr