Zufriedenheit im Job Image
Diese Frankfurter Polizistin scheint Spaß bei der Arbeit zu haben. Dabei hängt Zufriedenheit im Job nicht nur am Gehalt. Foto: Meinzahn/iStock

Emotional stabile, belastbare und selbstsichere Menschen sind in ihrem Job glücklicher als Personen, die schnell reizbar, nervös oder ängstlich sind - unabhängig von ihrem Einkommen. Zu diesem Schluss kommt eine neue IW-Studie, die den Zusammenhang zwischen persönlichen Charakterzügen und Erfolg sowie Zufriedenheit untersucht hat. Demnach sind rund 53 Prozent der Bundesbürger, die emotional besonders stabil sind, auch im Job sehr zufrieden, während nur 45 Prozent der emotional eher labilen Personen eine hohe Arbeitszufriedenheit angeben.

„Die Ergebnisse lassen allerdings keine Kausalbeziehung zu“, betont IW-Verhaltensökonomin Mara Ewers. Sprich: Es ist nicht klar, ob die Menschen wegen ihres Charakters zufriedener im Job sind oder ob der ideale Job den Charakter beeinflusst. Dennoch sei der erste Zusammenhang plausibel: „Wer widerstandsfähig ist und auch persönliche Krisen gut übersteht, kann auch Herausforderungen im Job leichter bewältigen.“

Die Fähigkeit, anderen Menschen zu vertrauen, hängt ebenfalls positiv mit der Zufriedenheit, dem Gehalt und sogar dem gefühlten Gesundheitszustand zusammen, wie die IW-Studie auf Datenbasis des Sozio-oekonomischen Panels zeigt. Knapp 72 Prozent der Menschen, die der Aussage „Im Allgemeinen kann man den Menschen vertrauen“ zustimmten, waren mit ihrem Leben hochzufrieden – im Vergleich zu 31 Prozent der Menschen, die anderen kein Vertrauen schenken.

Die Untersuchung legt außerdem nahe, dass Ungleichheit eine Folge der Persönlichkeitsentwicklung sein kann. So vertrauen gutbezahlte Arbeitnehmer anderen Menschen eher als Geringverdiener. „Ein Grund dafür kann sein, dass misstrauische Menschen eher Zeit und Kraft für Kontrollen verwenden und daher weniger produktiv sind“, sagt Ewers.

IW-Trends

Mara Ewers: Vertrauen und emotionale Stabilität als Determinanten von Erfolg und Lebenszufriedenheit

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

RHI-Diskussion-28
RHI-Publikation, 21. September 2016

Bernhard Dietz / Dominik Enste / Theresa Eyerund Mythos Generation Y?Arrow

Die Generation Y – gibt es die wirklich? Ein Historiker und zwei Ökonomen gehen dem populären Mythos über die Jugend von heute nach und zeigen, worin und warum diese sich von ihren Eltern unterscheidet. mehr

8. September 2016

Nachruf Reinhard Selten Der – begrenzt – rationale MenschArrow

Der einzige deutsche Träger des Wirtschaftsnobelpreises ist am 23. August im Alter von 85 Jahren gestorben. Reinhard Seltens Arbeiten zur Spieltheorie prägen die moderne Wirtschaftsforschung, weil sie zwei Grundannahmen des Fachs hinterfragen: die Rationalität der Menschen und ihr ausschließliches Streben nach dem eigenen Gewinn. mehr

7. September 2016

Interview zu Führungskompetenz „Vorsicht vor Speichelleckern“Arrow

Der Ex-Personalvorstand der Telekom, Thomas Sattelberger, gilt als Koryphäe für Fragen guter Unternehmensführung. Im iwd-Interview benennt er die drei größten Fehler, die Führungskräfte machen können. mehr