1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Zufriedenheit im Job: Lohn alleine macht nicht glücklich
Zeige Bild in Lightbox Lohn alleine macht nicht glücklich
(© Foto: DGLimages/iStock)
Pressemitteilung Nr. 55 10. August 2016 Mara Grunewald

Zufriedenheit im Job: Lohn alleine macht nicht glücklich

Vor allem das Gehalt, die Ausbildung und die Tätigkeiten gelten als entscheidend dafür, wie glücklich Arbeitnehmer sind. Nun zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW): In hohem Maß hängt es auch an Persönlichkeitsmerkmalen, wie zufrieden Menschen mit ihrem Job und Leben sind.

Emotional stabile, belastbare und selbstsichere Menschen sind in ihrem Job glücklicher als Personen, die schnell reizbar, nervös oder ängstlich sind - unabhängig von ihrem Einkommen. Zu diesem Schluss kommt eine neue IW-Studie, die den Zusammenhang zwischen persönlichen Charakterzügen und Erfolg sowie Zufriedenheit untersucht hat. Demnach sind rund 53 Prozent der Bundesbürger, die emotional besonders stabil sind, auch im Job sehr zufrieden, während nur 45 Prozent der emotional eher labilen Personen eine hohe Arbeitszufriedenheit angeben.

„Die Ergebnisse lassen allerdings keine Kausalbeziehung zu“, betont IW-Verhaltensökonomin Mara Ewers. Sprich: Es ist nicht klar, ob die Menschen wegen ihres Charakters zufriedener im Job sind oder ob der ideale Job den Charakter beeinflusst. Dennoch sei der erste Zusammenhang plausibel: „Wer widerstandsfähig ist und auch persönliche Krisen gut übersteht, kann auch Herausforderungen im Job leichter bewältigen.“

Die Fähigkeit, anderen Menschen zu vertrauen, hängt ebenfalls positiv mit der Zufriedenheit, dem Gehalt und sogar dem gefühlten Gesundheitszustand zusammen, wie die IW-Studie auf Datenbasis des Sozio-oekonomischen Panels zeigt. Knapp 72 Prozent der Menschen, die der Aussage „Im Allgemeinen kann man den Menschen vertrauen“ zustimmten, waren mit ihrem Leben hochzufrieden – im Vergleich zu 31 Prozent der Menschen, die anderen kein Vertrauen schenken.

Die Untersuchung legt außerdem nahe, dass Ungleichheit eine Folge der Persönlichkeitsentwicklung sein kann. So vertrauen gutbezahlte Arbeitnehmer anderen Menschen eher als Geringverdiener. „Ein Grund dafür kann sein, dass misstrauische Menschen eher Zeit und Kraft für Kontrollen verwenden und daher weniger produktiv sind“, sagt Ewers.

PDF herunterladen
Vertrauen und emotionale Stabilität als Determinanten von Erfolg und Lebenszufriedenheit
IW-Trends Nr. 2 10. August 2016 Mara Ewers

Vertrauen und emotionale Stabilität als Determinanten von Erfolg und Lebenszufriedenheit

Mara Ewers Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Ehrlichkeit im Ländervergleich: Der Honesty-Attitude-Behavior-Gap
IW-Trends Nr. 3 29. September 2026 Dominik Enste / Jennifer Potthoff / Augustin Renz

Ehrlichkeit im Ländervergleich: Der Honesty-Attitude-Behavior-Gap

Ehrlichkeit senkt Transaktionskosten und ist damit eine Voraussetzung funktionierender wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Bisher wurden ehrliche Einstellungen und ehrliches Verhalten überwiegend getrennt untersucht.

Dominik Enste / Jennifer Potthoff / Augustin Renz IW

Artikel lesen
IW-Trends Nr. 3 17. September 2026 Holger Pfaff* et al.

Soziale Infrastruktur, Kapazitäten und Handlungsfähigkeit von Unternehmen in Deutschland

Der Artikel untersucht die Grundlagen organisationaler Handlungsfähigkeit von Unternehmen auf Basis des AGIL-Modells.

Holger Pfaff* / Susanne Seyda / Thomas Schleiermacher / Jennifer Potthoff / Julia Traue* / Carsten Rusniok* IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880